Im Januar ziehen Asylbewerber aus verschiedenen Ländern in die Steul-Schule ein

Hilfe für die Flüchtlinge

Forstfeld. Derzeit rechnet die Stadt mit 250 Flüchtlingen, von denen ein Teil in der ehemaligen Heinrich-Steul-Schule untergebracht wird. Die überwiegende Zahl werden Asylbewerber sein – aus Afghanistan, Irak, Iran, Somalia und nicht, wie es zunächst geheißen hatte, Kontingentflüchtlinge aus syrischem Kriegsgebiet. Eine Sozialarbeiterin wird als Vollzeitkraft die Menschen betreuen, ein Hausmeister im Einsatz sein.

So erfuhren es die Bürger, die viele Fragen zu dem Thema hatten, und der Ortsbeirat Forstfeld während seiner jüngsten Sitzung von den Sozialamtsmitarbeitern Mario Neumann und Ute Pähns, Meinolf Schaefers (Caritas-Verband Nordhessen), Gabriele Steinbach (Schulverwaltungsamt), Dr. Ute Oefner (Gesundheitsamt) und Judith Osterbrink (Jugendamt). Im Januar sollen die Asylbewerber einziehen. Das Gebäude werde für 100 000 Euro instandgesetzt, mit Toilettencontainer und überdachten Duschen auf dem Schulhof. Die Räume müssten zum Wohnen hergerichtet werden, sagte Bernardo Barba von der Immobilienfirma Vinber. Auch einen Gebetsraum werde es geben.

Die Schule diene als Übergangsheim, spätestens Ende 2014 solle sie geräumt werden, bis dahin müsse man klären, wo die Menschen dann untergebracht würden, erklärten die Amtsmitarbeiter.

Die Kinder sollten Kontakt zu Kitas und Grundschule bekommen, die Vereine und Kirchen sich öffnen. Zur Gesundheitsvorsorge hieß es, die Menschen würden untersucht und ihr Impfstatus geklärt. Jetzt seien ehrenamtliches Engagement und Patenschaften gefragt, um den Flüchtlingen im Alltag zu helfen, waren sich Bürger und Behördenvertreter einig. Ortsvorsteherin Brigitte Ledderhose (SPD) berichtete von einer großen Hilfsbereitschaft im Stadtteil. Viele wollten spenden. Die Sitzungsbesucher schlugen zum Beispiel vor, eine Bürgerinitiative für die Flüchtlinge zu gründen sowie einen Arbeitskreis, in den die Asylbewerber einbezogen werden sollen. Und den Flüchtlingen bei der Eingewöhnung zu helfen, ihnen rasch konkrete Unterstützung im Alltag zu geben, etwa bei Behördengängen, beim Einkaufen, beim Erlernen der deutschen Sprache, hieß es von den Bürgern.

Dass der unterschiedliche soziale und rechtliche Status von Asylbewerbern und Kontingentflüchtlingen (siehe Hintergrund) im Zusammenleben Probleme bergen könnte, sehen Mario Neumann und Jutta Bohnen vom Migrationsdienst der Caritas nicht. Auf HNA-Anfrage erklärten sie, man verfüge über entsprechende Erfahrung und habe stets den Einzelfall im Blick.

Von Sabine Oschmann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.