Auszeichnung für Colin Rimbach

Hilfe für todkranke Kinder: Junge sammelte 25.000 Euro Spenden

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Besonderes Engagement: Colin Rimbach (zwölf, Mitte) erhielt für seine Enten-Aktion den Deutschen Kinderhospizpreis in Kassel. Ihm gratulierten (von links) Paul Quiter, Vorstandssprecher des Deutschen Hospizvereins, Moderatorin Michaela Padberg, Schauspieler Oliver Stokowski, seine Eltern Markus und Daniela Rimbach sowie Martin Gierse, Geschäftsführer des Hospizvereins.

Kassel. Colin Rimbach wollte seine Freizeit nicht mehr allein mit Videospielen vertun, sondern Gleichaltrigen helfen. Und so begann der Zwölfjährige aus Ersrode (Kreis Hersfeld-Rotenburg) im Jahr 2014 damit, Enten zu verkaufen und die Erlöse an den Deutschen Kinderhospizverein zu spenden.

Seitdem hat er über 6000 Quietscheenten verkauft und so 25.000 Euro für dessen Arbeit eingenommen. Am Freitag wurde er deshalb in Kassel mit dem Deutschen Kinderhospizpreis ausgezeichnet.

Für den Jungen, der derzeit die sechste Klasse in Rotenburg besucht, kam die Ehre überraschend. Seine Eltern Markus und Daniela Rimbach wussten seit Monaten von der Preisverleihung, haben ihrem Sohn davon aber erst Anfang der Woche erzählt. „Ich hatte mich schon gewundert, warum mir meine Eltern so einen schicken Anzug gekauft haben“, sagt Colin.

Gestern kam der Junge im Südflügel des Kulturbahnhofs – wo die Preisverleihung zum bundesweiten Tag der Kinderhospizarbeit stattfand – mit allerlei Prominenten in Berührung. Darunter die Schauspieler Oliver Stokowski und Martin Brambach sowie der frühere Nationalspieler Jens Nowotny. Sie alle unterstützen als Botschafter oder Schirmherren die Kinderhospize.

Colin Rimbach hat ebenfalls über einen Botschafter von der Hospizarbeit erfahren. Als Fan des Komikers Paul Panzer hatte er mitbekommen, dass dieser sich für den Kinderhospizverein einsetzt. Die Aktion „Colin hilft Paul“ war geboren. Weil Colin über die Jahre eine eigene Enten-Sammlung aufgebaut hatte, kam ihm die Idee, Enten gegen eine Spende abzugeben: „Das fand ich besser, als nur Spenden zu verlangen.“

Es wurde eine Erfolgsgeschichte. Anfangs musste die Familie die Enten noch selbst kaufen, damit der Sohn sie in Einkaufszentren und auf Marktplätzen für die gute Sache anbieten konnte. Inzwischen bekommt Familie Rimbach aus ganz Deutschland Enten von Sammlern und Firmen kostenlos geliefert.

Viele Prominente wie Chris de Burgh, Fußball-Weltmeister Shkodran Mustafi, Musiker Adel Tawil, die Wildecker Herzbuben und Entertainer Ross Antony unterstützen den Jungen. Auf seiner Facebook-Seite „Colin hilft Paul“ hat sich inzwischen ein riesiger Unterstützerkreis gebildet.

Mit seiner Spendensammlung war der Zwölfjährige schon in ganz Nordhessen unterwegs – auch im Dez-Einkaufszentrum stand er schon. Wegen der Schule geht das nur an den Wochenenden.

Videospiele spielt Colin auch heute noch. Aber er hat gelernt, wie anstrengend und erfüllend es ist, sich für andere einzusetzen. Seinen Preis bekam Colin von Namensvetter Collin Wicke überreicht – einem Jungen aus Kaufungen, der an einer lebensverkürzenden Stoffwechselstörung leidet.

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