Hilfe im Kampf gegen Blutkrebs

HNA-Blutspendeaktion: Erstmals Möglichkeit zur Typisierung

Ein weiteres Röhrchen fürs Labor: Wer möchte, kann sich bei der Blutspende für die Stammzellenspende typisieren lassen.

Hilfe im Kampf gegen Blutkrebs: Wer möchte, kann sich bei der diesjährigen HNA-Blutspendenaktion für die Stammzellenspende typisieren lassen.

Gutes zu tun und Menschen in medizinischen Notsituationen zu helfen, ihnen vielleicht sogar das Leben zu retten, ist das Anliegen der Teilnehmer an der großen HNA-Blutspendeaktion. In diesem Jahr haben sie erstmals auch die Gelegenheit, sich über die Typisierung möglicher Stammzellenspender zu informieren und sich eventuell auch in die Deutsche Stammzellenspenderdatei aufnehmen zu lassen. Mit dieser Initiative von DRK-Blutspendedienst und HNA sollen die Heilungs- und Überlebenschancen für Menschen, die an lebensbedrohlichem Blutkrebs (Leukämie) erkrankt sind, erhöht werden. „Je mehr Menschen in der internationalen Datei aufgenommen sind, um so größer sind die Chancen, einen passenden Stammzellenspender zu finden“, erläutert der Leiter des Kasseler Instituts des DRK-Blutspendedienstes, Dr. Walid Sireis.

Während der HNA-Blutspendeaktion vom 11. bis 14. August im Regierungspräsidium informieren Experten der Deutschen Stammzellenspenderdatei an einem eigenen Infostand über ihre Arbeit. Wer sich in die Deutsche Stammzelenspenderdatei des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg-Hessen, in der bereits über 300 000 potenzielle Spender erfasst sind, aufnehmen lassen möchte, könnte sich bei dieser Gelegenheit auch gleich typisieren lassen. Dazu braucht es lediglich eine Einverständniserklärung, und es müsste bei der Blutentnahme nur ein weiteres kleines Röhrchen Blut für die Typisierung abgenommen werden.

Die Kosten für die Typisierungsaktion würden durch Spenden von Sponsoren finanziert, sagt Sireis: „Wir sind sehr dankbar für diese Unterstützung.“

Aufgerufen seien vor allem junge Leute im Alter von 18 bis 40 Jahren. Je jünger die Spender seien, umso größer seien die Therapie- und Überlebenschancen, erläutert Sireis. Die Therapie mit Stammzellen ist eine wichtige Methode, um Patienten, die an Blutkrebs (Leukämie) erkrankt sind, zu behandeln. Die Heilungschancen lägen bei 70 bis 80 Prozent. Sireis freut sich, dass es so erst kürzlich gelungen ist, eine an Leukämie erkrankte 52-jährige Kasselerin erfolgreich an der Charité in Berlin zu behandeln. Dazu waren in dem Kasseler Institut die Stammzellen ihrer Schwester entnommen worden (wir berichteten). „Der Patientin geht es inzwischen sehr viel besser und sie ist wieder zu Hause“, freut sich der Mediziner.

Hintergrund: Die Stammzellenspende

Stammzellentransplantationen können das Leben von Blutkrebspatienten verlängern und retten. Um geeignete Spender zu finden, wurden Stammzellendateien mit den jeweilig verzeichneten HLA-Merkmalen (humane Leukozyten-Antigene) eingerichtet.

Weltweit sind über 20 Millionen Stammzellenspender in den miteinander vernetzten Dateien registriert. Zur Bestimmung der HLA-Muster ist zunächst eine Typisierung nötig. Sollte ein in einer Datei verzeichneter freiwilliger Spender tatsächlich für eine Stammzellentransfusion infrage kommen, wird er zunächst nach seiner Bereitschaft befragt. Willigt er ein, folgt ein Gesundheitscheck. Wenn die Ärzte danach grünes Licht geben, erhält der Spender ein Medikament, das Wachstumshormone für Stammzellen enthält.

Nach einer Woche können die Stammzellen über einen Zellseparator, der die Zellen aus dem Blut filtert, entnommen werden. Häufig sind dies so viele, dass Stammzellen für einen eventuellen späteren Gebrauch eingefroren werden können.

Infos im Internet unter www.stammzellenspenderdatei.de

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