Stadt und Landkreis Kassel erhalten 269.000 Euro Fördergeld aus EU-Sozialfonds

Hilfe für Schulverweigerer

+
Schulleiter Jürgen Fischer.

Kassel. In Kassel Stadt und Landkreis stehen die Ampeln auf Grün für die Fortsetzung des Programms „Schulverweigerung - die 2. Chance“.

Aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend kam jetzt die Zusage, dass für eine weitere Periode bis Ende 2013 aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) Geld für das Projekt zur Verfügung gestellt wird.

Für die Stadt Kassel bedeutet das eine Förderung in Höhe von 169.000 Euro und für den Landkreis Kassel von 100.000 Euro. Der Landkreis ist seit vier Jahren mit im Boot, die Stadt Kassel seit 2009. Bundesweit werden für die neue Auflage des ESF-Programms „Schulverweigerung die 2. Chance“ vom Ministerium über 41 Millionen Euro bereitgestellt.

Die Zahl der eingeleiteten Bußgeldverfahren gegen Schulverweigerer in Kassel liegt nach Auskunft von Helga Dietrich, der Leiterin des Staatlichen Schulamts, seit Beginn des Jahres bei 171. Diese Zahl bewege sich seit Jahren unverändert in diesem Bereich. Zusammen mit der Anzahl der Schulverweigerer im Landkreis Kassel liege man bei insgesamt 400 Fällen im Jahr.

Ziel des Programms ist es, aktive und passive Schulverweigerer im Alter zwischen 12 und 15 Jahren wieder in das Schulsystem zu integrieren, damit diese „mindestens einen Hauptschulabschluss erreichen“, sagt die Leiterin des Kasseler Schulverwaltungsamts, Gabriele Steinbach.

Die Zahl der Schüler, die die Schule ohne einen Abschluss verlassen, ist in Kassel seit sechs Jahren kontinuierlich rückläufig: Waren es im Schuljahr 2004/2005 noch 97 Jugendliche, so hatte sich die Zahl im vergangenen Schuljahr um mehr als die Hälfte auf 39 reduziert. Für Jürgen Fischer, den stellvertretenden Schulleiter der Joseph-von-Eichendorff-Schule in Bettenhausen, steht die positive Entwicklung klar im Zusammenhang mit der Hilfe für Schulverweigerer.

Das Programm „Schulverweigerung“ wird in enger Zusammenarbeit mit den Schulen realisiert. In Kassel sind bislang die Eichendorff-Schule, die Johann-Amos-Comenius-Schule, die Carl-Schomburg-Schule und die Valentin-Traudt-Schule Kooperationsschulen. In den Jugendämtern von Stadt und Landkreis sind mit dem ESF-Geld entsprechende Projektgruppen mit je drei Sozialarbeitern eingerichtet, die sich um gelegentliche und permanente Schulverweigerer intensiv kümmern.

Der Erfolg der Arbeit liegt für Fischer in der persönlichen Betreuung der Schüler begründet. Der vertrauensvolle Kontakt zu den Jugendlichen und ihren Eltern sei entscheidend. Es müsse nach individuellen Ursachen für Schulverweigerung geforscht und den Jugendlichen Perspektiven aufgezeigt werden. Allein könnten die Schulen das nicht schultern. An der Eichendorff-Schule haben sich mithilfe der Betreuer einige ehemalige Schulverweigerer zu guten Schülern im Gymnasialbereich entwickelt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.