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Hilferuf der Stadtreiniger in Kassel wegen Recyclinghof in Niederzwehren

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Hier kommt es immer wieder zu Konflikten auf der Dittershäuser Straße: Die Stadt will die Engstelle kurz vor dem Recyclinghof in Niederzwehren beseitigen.
Hier kommt es immer wieder zu Konflikten auf der Dittershäuser Straße: Die Stadt will die Engstelle kurz vor dem Recyclinghof in Niederzwehren beseitigen. © Dieter Schachtschneider

Die Dittershäuser Straße soll vor dem Recyclinghof in Niederzwehren auf sechs Meter verbreitert werden. Derzeit gibt es dort noch eine Engstelle.

Kassel - Eigentlich wollte Heiko Lehmkuhl vom Straßenverkehrs- und Tiefbauamt der Stadt Kassel den Mitgliedern des Ortsbeirats Niederzwehren nur mitteilen, dass die Dittershäuser Straße, die zum Recyclinghof nach Niederzwehren führt, auf einer Länge von rund 150 Meter auf sechs Meter verbreitert wird.

Daraus entwickelte sich in der jüngsten Sitzung des Stadtteilgremiums eine Debatte über die Existenzberechtigung des Recyclinghofs in Niederzwehren. Mit dem Ergebnis, dass es den Anwohnern und einigen Mitgliedern des Ortsbeirats am liebsten wäre, wenn dieser aus der Dittershäuser Straße ganz verschwinden würde. Deshalb konnten sich die Mitglieder des Ortsbeirats auch nicht wirklich mit der Verbreiterung der Straße anfreunden. Nur Ortsvorsteher Harald Böttger machte deutlich, dass er eine Verbreiterung der Straße sinnvoll findet.

Lehmkuhl sagte, dass durch die Verbreiterung, die für das Jahr 2024 vorgesehen ist, die Verkehrssicherheit erhöht werden solle. Derzeit komme es dort insbesondere vormittags an den Samstagen zu Behinderungen, da die relativ lange Engstelle von 150 Metern schlecht einsehbar ist. Viele Sprinter, Transporter, Autos mit Anhänger und Müllfahrzeuge der Stadtreiniger sind hier unterwegs. Gehwegüberfahrten, Hupen und Beschimpfungen könnten dort regelmäßig registriert werden, so Lehmkuhl. Man habe wegen der Situation einen „Hilferuf von den Stadtreinigern bekommen“.

Durch die Verbreiterung der Fahrbahn auf sechs Meter und des Gehweges auf 2,10 Meter könnten zwei Lkw mit mäßiger Geschwindigkeit aneinander vorbeifahren, so Lehmkuhl. Ein Radweg ist nicht vorgesehen.

Jörg Pfeiffer (Grüne) merkte an, ob es nicht sinnvoller wäre, hier eine Ampel zu installieren, anstatt den Weg zu verbreitern. Darüber habe man im Straßenverkehrsamt nachgedacht, sich aber dagegen entschieden, so Lehmkuhl. Eine Ampel-Regelung wäre aufgrund der langen Sperrstrecke, der Aufstellflächen und der Folgekosten nicht sinnvoll.

Bernd Hose (SPD) befürchtet, dass durch eine Verbreiterung der Straße hier „eine Autobahn“ entsteht. Er vertritt die Ansicht, dass der Recyclinghof von der Dittershäuser Straße wegmuss. Warum werde er nicht ins Gewerbegebiet verlegt? Wenn dieser verschwunden sei, falle weniger Verkehr an, und die Straße müsse auch nicht mehr verbreitert werden, so Hose.

Solche Forderungen werden von den Anwohnern der Dittershäuser Straße unterstützt, die sich durch die vielen Autos, die oft wesentlich schneller als die erlaubten 30 km/h unterwegs seien, gestört fühlen.

Sie wollten zum Beispiel von Lehmkuhl wissen, warum der Recyclinghof mittlerweile nicht von der Hamburger Straße im Gewerbegebiet Langes Feld angefahren werden kann. Das hätte man beim Bebauungsplan für das Gewerbegebiet berücksichtigen müssen, so Lehmkuhl. „Das hat man aber nicht.“

Er könne die Sorgen der Anwohner nachvollziehen, sagte Lehmkuhl. Er werde das Ordnungsamt bitten, verstärkt Tempo-30-Kontrollen in der Dittershäuser Straße vorzunehmen. Zudem sei es sinnvoll, dass die Anwohner ihre Autos am Fahrbahnrand der Dittershäuser Straße als natürliches Geschwindigkeitsregulativ parken.

Dass der Recyclinghof ganz oder zum Teil aus der Dittershäuser Straße verschwindet, dieser Wunsch der Anwohner wird nicht erfüllt. Um einen Standort als Recyclinghof zu nutzen, seien planungsrechtliche Genehmigungen erforderlich, so ein Sprecher der Stadt auf Anfrage. Es müssten entsprechend hohe Voraussetzungen erfüllt sein, um einen Standort als Recyclinghof zu nutzen. Darüber hinaus bedürfe es einer geeigneten Fläche, die diese Voraussetzungen erfülle und zur Verfügung stehe. Daher sei die Verlegung des Recyclinghofes nicht realistisch. Entsprechende Flächen stünden nicht zur Verfügung.

Darüber hinaus werde der Recyclinghof in Niederzwehren derzeit umgebaut. Auch eine Teilverlegung des Recyclinghofes sei aus mehreren betriebswirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll. Die Betriebsabläufe würden bei einer Teilverlegung wesentlich gestört. Darüber hinaus würde der Personalbedarf für dann drei Standorte erheblich ansteigen. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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