Stadtbaurat-Vorschlag stößt auf Kritik: Hilgen und Grüne gegen Solar-Pflicht

Kassel. Der Kasseler Stadtbaurat Dr. Joachim Lohse bekommt heftigen Gegenwind für seinen Vorstoß, bei Neubauten in der Stadt Solardächer oder Dachbegrünungen vorzuschreiben.

Rechtlich ist ein solcher Zwang momentan nicht möglich, Lohse hofft jedoch, dass sich das in zwei bis drei Jahren ändert. Oberbürgermeister Bertram Hilgen hält gar nichts von einer Solardach-Pflicht: „Ich kann mir das nicht vorstellen“, sagt der Verwaltungschef.

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Er setze auf Freiwilligkeit statt Pflicht: „Wir müssen die Menschen durch Argumente überzeugen - und die positive Entwicklung bei der Zahl der Photovoltaikanlagen in Kassel zeigt auch, dass das der richtige Weg ist.“

Auch in den Rathaus-Fraktionen stößt Lohses Solarzwang-Idee auf breite Ablehnung. Sogar die Fraktion der Grünen, die Lohse zur Wahl in das Amt des Stadtbaurats vorgeschlagen hatte, geht auf Distanz. Photovoltaik zur Stromgewinnung oder Solarthermie zur Warmwassergewinnung auf Hausdächern sollte nicht zwingend vorgeschrieben werden, sagt Grünen-Stadtverordnete und Landtagsabgeordnete Karin Müller. Die Stadt sollte lediglich Ziele vorgeben, die zum Beispiel bei Neubauten oder Sanierungen erreicht werden müssen, „denn wir müssen Kohlendioxid einsparen“. Nicht Zwang, sondern Regulierung sei das richtige Stichwort. (hai/ach)

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