widerspricht den Städtischen Werken - Mehr Dächer nutzen

Oberbürgermeister Hilgen setzt in Kassel auf Solarenergie

Bertram Hilgen

Kassel. Sollen in den nächsten Jahren weit mehr Dächer in Kassel als heute mit Fotovoltaik ausgestattet werden? Oder hat es keinen Sinn, „alle Dächer der Stadt mit Solaranlagen vollzupflastern“, wie ein Sprecher der Städtischen Werke vergangene Woche sagte?

Die Antwort von Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) fällt eindeutig aus: Noch mehr Dächer sollen mit Fotovoltaikanlagen ausgestattet sein. Die Aussage des Werke-Sprechers „entspricht nicht den städtischen Zielsetzungen und setzt ein falsches Signal“.

In Kassel gebe es momentan etwa 900 Solaranlagen - vor zehn Jahren waren es noch gut 60. Kassel sei hessenweit in der Solarbundesliga auf Platz eins der Großstädte und habe bundesweit eines der ersten Solarkataster aufgelegt. Auf dieser Internetseite kann man prüfen, ob das Dach des eigenen Hauses für eine Fotovoltaikanlage oder für Solarwärme geeignet ist.

Hilgen will mit Experten aus Wissenschaft, den Banken und der Industrie prüfen, wie in der Stadt noch mehr zum Ausbau der erneuerbaren Energien getan werden kann. „Unser Liegenschaftsamt prüft gerade, an welcher gut sichtbaren Stelle in der Stadt eine große Solaranlage gebaut werden kann. Es ist möglich, dass wir dort ein Modell mit Bürgerbeteiligung durchsetzen“, sagt der OB. Ein solches Modell - also eine große Anlage, an der sich die Bürger finanziell beteiligen können - hatte kürzlich auch SMA-Chef Pierre-Pascal Urbon gefordert.

Auch die Städtischen Werke setzen auf Beteiligungsmodelle. Sie hatten gemeinsam mit der Sparkasse einen Klima-Sparbrief aufgelegt, das Geld dient unter anderem der Erforschung eines Standortes für Windräder. Bei ihren Biogasanlagen holen sich die Werke Landwirte mit ins Boot - jede Beteiligung erhöht die Akzeptanz der Anlagen. Die Städtischen Werke bauen auf Windkraft und Biogas im Kasseler Umland, das sei effektiver als die Produktion erneuerbarer Energien im Stadtgebiet, hatte der Werke-Sprecher argumentiert.

Wirtschaftlicher Motor

OB Hilgen ist darüber erzürnt: „Erneuerbare Energien und Energieeffizienz sollen zum wirtschaftlichen Motor der gesamten Region werden, das ist das Ziel des gemeinsam mit dem Landkreis Kassel gestarteten Projektes Solarregion Kassel. Die Stadt setzt dafür weiter auf Solarenergie - da sind wir mitnichten schon am Ziel.“ (hai)

http://www.stadt-kassel.de/stadtplan/themen/solardachfinder/

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