Stadtmuseum: Feuchtigkeit und schwieriger Untergrund verzögern Sanierung

Ein Bau mit Hindernissen

Prachtbau am Ständeplatz: So sah das ehemalige Kunsthaus und heutige Stadtmuseum im Jahr 1876 aus. Repro: Archiv / nh

Kassel. Der Umbau und die Erweiterung des Kasseler Stadtmuseums gestalten sich weitaus schwieriger als gedacht. So wird es voraussichtlich erst im September 2013 wieder eröffnet. Eigentlich sollte das Stadtmuseum im Februar 2013 eröffnet werden.

Die CDU-Fraktion wirft deshalb Oberbürgermeister Bertram Hilgen grobe Fehler beim Umbau des Stadtmuseums vor. Ihm und dem Magistrat scheine die Koordination des für das Stadtjubiläum zentralen Bauvorhabens zu entgleiten, kritisiert Dr. Jörg Westerburg, dessen Anfrage kürzlich Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr war.

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Für die Verzögerung gebe es gute Gründe, erläuterte dabei Hans-Joachim Neukäter, Leiter des Amtes für Hochbau und Gebäudemanagement. So sei zunächst eine gründliche Untersuchung nötig gewesen, die erst nach dem Auszug des Museums möglich wurde. Dabei seien Probleme mit Feuchtigkeit zutage getreten. Die Wände des 1869 bis 1871 am Ständeplatz errichteten Gebäudes müssten im Untergeschoss an drei Seiten geöffnet, freigelegt und abgedichtet werden sowie fehlende Fundamente ergänzt werden.

Problematisch sei auch die acht Meter hohe Stützmauer zur angrenzenden Engelsburg, erläuterte Neukäter. Auch müsse man den Brandschutz aller Decken im alten Gebäude gewährleisten. „Wir haben uns die Zeit genommen, das war wichtig“, sagte Neukäter zu den Voruntersuchungen. In diesem Monat werde man 80 Prozent der Bauleistungen europaweit ausschreiben. Das sei bereits geschehen, sagte die Vorsitzende des Fördervereins Freunde des Stadtmuseums, Gabriele Wolff-Eichel, gestern. Und das sei doch eine frohe Botschaft, betont sie. Anfang Februar sollen die Bauarbeiten beginnen. „Es sieht so aus, dass dann in einem Zug durchgebaut werden kann“, sagte sie.

Wiedereröffnung

Auch die inhaltliche Planung sei erledigt, sodass alles Hand in Hand laufen könne. Was unterwegs noch passiert, wisse man freilich nicht. So habe man auch im Vorfeld nicht wissen können, welche Probleme beim Bau auftreten werden. Doch sei man froh, dass es bis zur Wiedereröffnung, die rechtzeitig vor den geplanten Festwochen zur 1100-Jahr-Feier im Jahr 2013 geplant sei, mit der Schaustelle in der Wilhelmsstraße eine Interimslösung gebe. „Wichtig für uns Kasseler ist doch, dass das Stadtmuseum überhaupt erweitert und saniert wird“, betont Wolff-Eichel.

Westerburg hat indes Zweifel daran, dass der geplante Übergabetermin im Juli 2013 eingehalten werden kann. Angesichts zweier bevorstehender Winter scheine ihm dies noch immer recht optimistisch. Unbeantwortet lasse der Magistrat auch die Frage, wie er mit den Kostensteigerungen umgehen werde, die sich aus den erwähnten Problemen ergeben. Diese Kosten sind nach Angaben der Stadt bereits berücksichtigt und von den Stadtverordneten gebilligt. Damit stünden nun 8,4 Mio. Euro bereit. (hei/els)

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