Kapitel des Nahverkehrs beendet: Aus für historische Straßenbahnen

Kassel. Ihre letzte Fahrt treten die verbliebenen historischen Kasseler Bahnen nicht auf Schienen an. Mit einem Sattelzug sollen sie ins Technikmuseum an der Wolfhager Straße gebracht werden.

Ein Termin steht noch nicht fest, aber es wird ein großes Volksfest, verspricht Bernd Scott, stellvertretender Vorsitzender des Museumsvereins.

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Eigentlich sollten die Bahnen bereits bis Ende Februar als Leihgabe auf das Gelände des Rothenditmolder Museums gebracht werden, berichtet Karsten Kamutzki, KVG-Bereichsleiter für Technik und Fahrzeuge. Aber noch gebe es Abstimmungsbedarf, wo genau auf dem Areal des Museums die Bahnen ausgestellt werden.

Kamutzki bestätigt, dass neben den Bahnen, die bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Betrieb gingen, auch sieben weitere Bahnen, die aus späteren Jahrzehnten stammen, ins Technikmuseum verfrachtet werden. Diese sind bislang noch in der ehemaligen Unterführung am Hauptbahnhof eingemottet.

Diese etwas jüngeren Fahrzeuge könnten eventuell auch auf dem Außengelände des Museums präsentiert werden, sagt Scott. „Wir wollen diese Bahnen abnehmen, denn andernfalls werden sie verschrottet“, sagt Scott. Für die ganz alten Modelle, die zum Teil mit Holz verkleidet sind, müsse aber auf jeden Fall ein Platz in den Hallen gefunden werden.

Alternativen zu der Museumslösung habe die KVG nicht gesehen, sagt deren Sprecherin Heidi Hamdad. Es sei zwar schade, aber ein wirtschaftlicher Betrieb der historischen Bahnen sei nicht möglich. Dafür hätte es einen finanzkräftigen Förderverein gebraucht, der die Reparaturkosten trägt, sagt Hamdad. Ähnliche Initiativen habe es andernorts gegeben.

Jochen Maurer vom Vorstand der Eisenbahn-Freunde Kassel hält die Entscheidung der KVG für nachvollziehbar. Es sei zwar schade, aber angesichts der hohen Kosten für die Instandhaltung sei eine museale Nutzung die beste Variante. In anderen Städten, wie etwa Dresden, gebe es finanzstarke Vereine, die den Betrieb historischer Bahnen finanzieren. Vergleichbare Initiativen gebe es in Kassel bislang nicht.

Von Bastian Ludwig

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