Historischer Terminkalender zum Stadtjubiläum

Was geschah heute vor 10, 100, 1000 oder 1100 Jahren in Kassel? Ein Streifzug durch die Stadtgeschichte.

Februar

Am ...

18. Februar 913 unterzeichnet im Königshof "Chasalla" zwei Urkunden, deren Inhalt sich allerdings nicht auf Chasalla oder Menschen, die dort leben, bezieht. Die beiden Urkunden sind trotzdem die ältesten Beweise, dass es zu diesem Zeitpunkt schon Chasalla gegeben hat.

18. Februar 1954 wird das Gloria-Kino am Ständeplatz, erbaut von dem Hersfelder Architekten Ernst Flemming, mit dem Film "Die Privatsekretärin" (Regie: Paul Martin, Schauspieler: Sonja Ziemann, Rudolf Prack) eröffnet. 

19. Februar 2002 wird vom Kasseler Landgericht ein mit Spannung erwartetes Urteil gefällt: Weil sie die umstrittene documenta-Treppe am Königsplatz in einer Nacht-und-Nebel-Aktion hatten abreißen lassen, werden die Verantwortlichen, Oberbürgermeister Georg Lewandowski (CDU), Bürgermeister Ingo Groß (SPD) und Stadtbaurat Bernd Streitberger (CDU), zu einer Geldbuße von jeweils drei Monatsgehältern verurteilt. Die Anklage lautete auf "Verdacht der gemeinschaftlich begangenen Untreue in einem besonders schweren Fall".

20. Februar 1975 wird an der Unteren Königsstraße das neue Kasseler Hauptpostamt, jetzt Postamt Kassel 1 genannt, nach fünfjähriger Bauzeit eröffnet.

21. Februar 1981 wird Kassel Patenstadt für die ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne". Gefeiert wird dies mit einer Liveübertragung der Fernsehsewndung "Der Blaue Bock", moderiert von Heinz Schenk.

22. Februar 1526 wird das Karmeliterkloster am Renthof aufgelöst. Es ist das erste Kloster in Hessen, das während der Reformation (Beginn: 1517) seine Existenz aufgibt.

23. Februar 1915 sammeln in Kassel Schüler gebrauchte wollene Kleidungsstücke ein.  Die "Reichswollwoche" geschieht auf Veranlassung des "Kriegsausschusses für warme Unterkleidung für die im Feld stehenden Truppen".

24. Februar 2003 schließt nach 138 Jahren das Textilhaus Vöpel an der Oberen Königsstraße/Ecke Königsplatz.

25. Februar 1983, heute vor 30 Jahren, wurde nach vierjähriger Bauzeit die Kurhessen Therme eröffnet. Sie ist vom ersten Tag an eine sehr gut besuchte, überregionale Attraktion.

26. Februar 1988 wird dem Kasseler SPD-Urgestein Holger Börner, von 1976 bis 1987 Hessischer Ministerpräsident, die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen.

27. Februar 1881 findet in Kassel erstmals ein Karnevalsumzug statt.

28. Februar 1672 verbietet Landgraf Karl in Kassel jeglichen Handel an Sonntagen.

März

Am ...

1. März 1991 wird das sechsgeschossige "Haus der Wirtschaft", der neue Standort der Industrie und Handelskammer gegenüber dem Hauptbahnhof, eingeweiht.

2. März 1894 erfolgte in der Nähe des Bettenhäuser Fackelteiches der Spatenstich für das zweite Kasseler Gaswerk, das bereits im Dezember des Jahres seine Produktion aufnahm. Nachts brannten in Kassel jetzt 1200 Gaslaternen.

3. März 2000 begannen am Königsplatz die Bauarbeiten für das  Einkaufszentrum City-Point. Der Name ist in der Bevölkerung zunächst nicht sonderlich beliebt.

4. März 1540 heiratete Landgraf Philipp I. zum zweiten Mal. Die Auserwählte ist ein sächsisches Hoffräulein namens Margarethe von der Saale. Da der Landgraf auch seit 16 Jahren mit Christine von Sachsen verheiratet ist, muss unter anderem der Reformator Martin Luther der Doppelehe zustimmen.

5. März 1816 wird in Kassel die Kurhessische Zunftordnung erlassen, da die Gewerbefreiheit der "westphälischen Zeit" und die daraus resultierende "Verwirrung der Gewerbe" und "Verminderung der Kunstfertigkeit" keine "glücklichen Folgen gezeitigt" hatte. Die Zünfte sollten fortan unter anderem "ordentlichen Handwerkern ihr Auskommen sichern" und "die Ausbildung der Handwerker befördern".

6. März 2011 wurde in Los Angeles der am 2. März 1968 in Kassel geborene Komponist Christopher "Chris" Hülsbeck von der Game Audio Network Guild mit einem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Hülsbeck ist ein Weltstar unter den Computerspiel-Komponisten, der unter anderem Soundtracks für die Turrican- und verschiedene Star Wars-Spiele komponierte. Neben Nintendo, Software 2000 und Factor 5 arbeitet Hülsbeckauch für George Lucas.

7. März 1997 sind erstmals Charterflüge vom Flughafen Kassel-Calden zu allen europäischen Flughäfen möglich. Anbieter ist das heute noch am Flughafen ansässige Luftfahrt-Unternehmen Businesswings.

8. März 1776 wird dem Apotheker Christian Ludwig Hundertmarck die Erlaubnis erteilt, in der Unterneustadt eine Apotheke einzurichten: die Adler-Apotheke. Landgraf Friedrich II. sah es als großen Mangel an, dass es in der Unterneustadt noch keine Apotheke gab. 1802 eröffnete mit der Hygiea-Apotheke eine weitere Apotheke im Viertel. Die Geschichte der Adler-Apotheke ist bis zum heutigen Tag und ihrem Standort an der Wilhelmsstraße/Ecke Obere Königsstraße dokumentiert.

9. März 1564 erließ Landgraf Philipp "der Großmüthige" in Kassel eine Apotheker-Ordnung. Diese galt jedoch weniger den beiden einzigen Apotheken - eine in Kassel, eine in Marburg - in seinem Herrschaftsbereich, als dass sie vielmehr Befugnisse seines Arztes und anderer "Doctores" regelte, die hiermit den Apothekern mehr oder weniger gleichgestellt wurden.

10. März 1740 begannen die Kasseler Böttcher (Fassbauer) auf der zugefrorenen Fulda den Bau eines riesigen, "15 Ohmen"-fassenden (heute sind das 2250 Liter) Holzfasses. Das Fass sollte das Hochzeitsgeschenk für den Erbprinzen Friedrich, den späteren Landgrafen Friedrich II., werden, der im Sommer Prinzessin Maria von England, Tochter von King George II., heiraten wollte. Die dreitägige Aktion, so berichten verschiedene Aufzeichnungen, soll sich zu einem regelrechten Volksfest auf der Fulda entwickelt haben.

11. März 1969 beendete das letzte "Fräulein vom Amt" seine (Telefongespräch-)vermittelnde Tätigkeit. Von diesem Tag an konnte man von Kassel aus in die ganze Welt im Selbstwahlverfahren direkt telefonieren.

12. März 1902 wird auf dem Gelände an der Gottschalkstraße, auf dem heute das Zentrum für umweltbewusstes Bauen (ZUB) steht, die Genossenschaft für Häute- und Fettverwertung Kassel (HaFeKa) gegründet. Die HaFeKa war ein Zusammenschluss von Mitgliedern der Freien Fleischer Innung, die sich durch das Zusammenlegen mehrer Produktionszweige "eine höhere wirtschaftliche Effizienz" versprachen. Die Standortwahl war kein Zufall. Nur wenige Meter Meter entfernt stand der alte Kasseler Schlachthof (heute: Kulturzentrum Schlachthof)

13. März 2009 wird im zwanzigsten Jahr nach der Grenzöffnung im Kasseler Stadtmuseum die von der Werkstatt Geschichte an dere Albert-Schweitzer-Schule kuratierte Ausstellung "Grenzen überschreiten" eröffnet. Die Ausstellung zeigt anhand der Städtefreundschaft zwischen Kassel und Arnstadt (Thüringen), wie sich weltpolitische Veränderungen auf lokaler Ebene niederschlugen. Als Zeitzeugen berichten ex-Oberbürgermeister Hans Eichel und Bernd Markert (ex-Bürgermeister von Arnstadt) über die Ereignisse in beiden Städten während der ersten Tage nach dem Mauerfall.

14. März 1948 nahm der „Nebensender Kassel“ von „Radio Frankfurt“ seinen Betrieb auf.

15. März 1961 wurde in der Kasseler Innenstadt als erster Stadt in Deutschland die Parkuhr eingeführt. Die Idee dazu hatte der damalige Polizeipräsident Heinz Hille, 1923 in Kassel geboren und mit 37 Jahren jüngster Polizeipräsident Deutschlands. Hille strebte mit der vier Jahre zuvor in Paris und zwei Jahre zuvor in Wien eingeführten Parkscheibe eine Lösung des Dauerparker-Problems in der City an. Fortan gab es Kurzpark-Zonen.

16. März 1976 wird auf dem Essigberg im Habichtswald ein neuer Sendemast in Betrieb genommen. Jetzt kann man überall im Kasseler Stadtgebiet alle drei Fernsehprogramme empfangen.

17. März wird mit 1200 geladenen Gästen der im Volksmund auch "Ufo" genannte Ufa-Palast (heute: CineStar) an der Trompete eröffnet. Kurios: Zu diesem Zeitpunkt war das Kino bereits über zwei Monate in Betrieb. Auf der offiziellen Premierenparty wurde der Film "Marle" von Joseph Vilsmaier gezeigt, der bereits eine Woche vorher angelaufen war. Vilsmaier kam zur Kino-Eröffnung nach Kassel.

18. März 1994 wird vor der Orangerie in der Karlsaue zum letzten Mal ein Zapfenstreich der 2. Panzergrenadierdivision zelebriert. Dies ist das Ende des Bundeswehrstandortes Kassel.

19. März 1906 fand im Bürgermeisteramt am Dorfplatz (heute Höhe Erfurter Straße 8) in Bettenhausen die letzte Gemeindesitzung statt. Am 1. April wurde die bis dato selbstständige Gemeinde Bettenhausen nach 761 Jahren eingemeindet und fortan von der Residenzstadt Kassel verwaltet.

20. März 1967 fährt die letzte fahrplanmäßige Dampflock auf der Strecke Kassel-Marburg-Frankfurt. Die Bahnstrecke ist jetzt durchgehend elektrifiziert.

21. März 1945 gehen über Kassel erneut Spreng- und Brandbomben nieder. Der vierzigste Luftangriff ist gleichzeitig der letzte.

22. März 1981 war es vorbei mit der seit 25 Jahren bestehenden Vorherrschaft der Sozialdemokraten in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung. Die SPD büßte ihre absolute Mehrheit ein und die Grünen waren erstmals im Stadtparlament vertreten. 

23. März 1881 kommen, wie auch an den folgenden Abenden, viele Kasseler Bürger auf dem Königsplatz zusammen, um sich das im Stile eines italienischen Palazzo erbaute neue Postgebäude am Königsplatz anzuschauen, das mit Einbruch der Dunkelheit, prächtig illuminiert wird. In dem Gebäude selbst sind die Kaiserliche Oberpostdirektion, das Postamt Kassel 1 und das Telegraphenamt untergebracht. Heute steht an dieser Stelle der City-Point.

24. März 1997 erhielt Thomas Stellmach, der zu jener Zeit Animation bei Professor Paul Driessen an der Kunsthochschule Kassel studierte, im Shrine Auditorium in Los Angeles einen Oscar für seinen Trickfilm "Quest". Driessen unterrichtete an der Kunsthochschule auch die Zwillingsbrüder Christoph und Wolfgang Lauenstein, die 1990 einen Trickfilm-Oscar erhielten.

25. März 1723 wurde eine Postkutschenroute zwischen Kassel und Nürnberg eröffnet.

26. März 1990 erhielten die Zwillingsbrüder Christoph und Wolfgang Lauenstein, Studenten im Fachbereich "Visuelle Kommunikation" an der Kasseler Kunsthochschule, im Dorothy-Chandler-Pavilion in Los Angeles einen Oscar für ihren Kurzfilm "Balance". Es sollte nicht der einzige Oscar für Absolventen dieses Fachbereichs bleiben. Sieben Jahre später folgte Thomas Stellmach mit seinem Trickfilm "The Quest".

27. März 1953 können Dank einer Antenne auf dem Hohen Gras in Kassel erstmals Fernsehbilder empfangen werden.

28. März 1946 läuft in Kassel die systematische Beseitigung der Kriegstrümmer auf Hochtouren. Wie dies zu geschehen hatte, regelte eine drei Tage zuvor erlassene Notdienstverordnung.

29. März 2004 erhält der damalige Hessische Ministerpräsident Roland Koch vom damaligen Kasseler Oberbürgermeister Georg Lewandowski die Bewerbung Kassels, im Jahre 2010 Kulturhauptstadt Europas werden zu wollen. Die von vielen Bürgern mitgetragene Aktion trug den Titel "Kassel gewinnt". Gewonnen hat aber im Endeffekt die Stadt Essen inklusive ihres Umlands mit dem Projekt "RUHR.2010".

30. März 2001 wird das Gloria-Kino am Ständeplatz wieder eröffnet. Die Leitung liegt bis heute bei dem Filmladen-Bali-Kino-Team.

31. März 1945 werden am Bahnhof Wilhelmshöhe 78 italienische Zwangsarbeiter von einem Kommando der Sicherheitspolizei umgebracht, weil sie einen Zug mit Lebensmittel geplündert haben sollen. Sie waren aber lediglich Deutschen gefolgt, die den Zug zuerst geplündert hatten. Die Aktion spielt eine zentrale Rolle in dem Kriminalroman „Rache für den Mörder“ (erschienen 2008) von Horst Seidenfaden.

April

Am ...

1. April 1891 wird in Kassel eine Berufsfeuerwehr eingeführt. Die Feuerwache war an der Mauerstraße. Feuerwehrfahrzeuge wurden noch bis 1914 von Pferden gezogen.

2. April 1945 beginnen die Amerikaner mit der Eroberung Kassels. Sie benötigen dafür nur drei Tage. Als letztes fällt am 5. April der Stadtteil Bettenhausen.

3. April 1967 ziehen die ersten Mieter in Wohnungen der neuen Wohnstadt Brückenhof ein.

4. April 1971, einem Sonntag, können Kasseler Bürger als erste in Hessen auch an diesem Tag Geld vom Bankkonto abheben. Der erste hessische Bankomat der Kreissparkasse an der Kölnischen Stzraße macht es möglich.

5. April 1945 wird als letzter Kasseler Stadtteil Bettenhausen von den amerikanischen Truppen erobert. Die Eroberung Kassels dauerte genau drei Tage. 

6. April 2004 wird aus dem Bauhaus an der Frankfurter Straße ein Schuhhaus. Ein neues, wesentlich größeres Bauhaus mit großem Freigelände wird an der Albert-Einstein-Straße im Gewerbegebiet Fuldabrück eröffnet und in das alte Bauhaus zieht das Siemes-Schuhcenter ein.

7. April 1945 wird der Stadtverwaltungsdirektor Willi Seidel von den Amerikanern kommissarisch als Stadtoberhaupt eingesetzt. Seidel war ein Nazigegner, der während der NS-Herrschaft auf eine weitere Karriere im Rathaus verzichtet hatte. Um seinen neuen Job war er nicht zu beneiden. Kassel war zerstört, von 65000 Wohnungen vor dem Krieg war nicht mal mehr ein Drittel bewohnbar. 

8. April 1926 rückt die Welt wieder etwas näher an Kassel heran: Der Flughafen Kassel-Waldau wird ab diesem Tag in den Linienflugverkehr der Lufthansa aufgenommen.

9. April 1939 entlädt sich der Hass des Mobs auf alles Jüdische vor dem Kasseler Rathaus am Aschrottbrunnen. Der 1908 von dem jüdischen Unternehmer Sigmund Aschrott gestiftete Brunnen wurde zerstört. Aschrott war Entwickler und Planer des Stadtteils "Vorderer Westen". Nach dem Krieg fungierte das Areal des Brunnens vor dem Rathaus lange als Blumenbeet, bevor 1987 der Künstler Horst Hoheisel den Brunnen in einer Negativform als Mahnhmal neu gestaltete.

10. April 1955 kehr das Standbild von Landgraf Friedrich II. wieder auf den nach ihm benannten Friedrichsplatz zurück. Der Landgraf blickte fortan aufs Fridericianum. Vor dem II. Weltkrieg schaute er in Richtung Oberneustadt. Geschaffen wurde das Denkmal von Johann August Nahl dem Älteren und nach dessen Tod im Jahre 1781 von Johann August Nahl dem Jüngeren 1783 vollendet.

11. April 1966 verkehrt zum letzten Mal die Herkulesbahn zwischen Kirchweg und Herkules.

12. April 1999 wurde der an Heiligabend 19941 in Kassel geborene Absolvent des Wilhelmsgymnasiums, ehemalige Oberbürgermeister (1975 - 1991) und Hessische Ministerpräsident (1991 - 1999) Hans Eichel zum Bundesfinanzminister berufen.

13. April 1972 spielten Uriah Heep, eine der größten Rockbands ihrer Zeit, in der Kasseler Stadthalle. Schon damals im Programm: der ein Jahr zuvor veröffentlichte (und bis heute) Megahit „Lady in Black“.

14. April 2012 fand zum vorerst letzten Mal in den Kasseler Messehallen das bundesweit renommierte Disko-Festival statt. Dabei waren Stars des Genres wie Ziel 100, Mike Candys, Markus Kavka und Lexy & K-Paul. Die Zukunft des Festivals ist völlig ungewiss. Für 2013 Jahr wurde aufgrund künftig drohender immens hoher Gema-Forderungen die Veranstaltung gar nicht erst geplant. Zudem gibt es zum Hessentag die ein oder andere Großveranstaltung und Sponsorengelder fließen auch nicht mehr wie früher.

15. April 1965 findet im 20 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder aufgebauten Marstallgebäude (Markthalle) erstmals wieder Marktbetrieb statt. Zunächst nur mit Fleischerei-Betrieben, Obst- und Gemüsehändler folgten im Spätsommer.

16. April 1997 werden die Eishockeyspieler der Kassel Huskies von Oberbürgermeister Georg Lewandowski im Rathaus empfangen. Grund für die Ehre: Die Mannschaft war zuvor deutscher Vizemeister geworden. Mit im Kader seinerzeit: Roger Hansson, der drei Jahre zuvor mit der schwedischen Nationalmannschaft Olympia-Gold geholt hatte. 10000 und mehr Fans feierten derweil vor dem Rathaus eine Party.

17. April 1976 wird die Rheinstahl AG Transporttechnik in Thyssen-Henschel umbenannt. Die zwei Jahre zuvor begonnene Entwicklung eines "berührungsfreien Bahnsystems" (Transrapid)= wird von Thyssen-Henschel fortgesetzt.

18. April 1945 nimmt bereits die neue Industrie- und Handelskammer (IHK) in Kassel ihre Tätigkeit auf. Während der NS-Zeit war sie aufgelöst worden. Stattdessen agierte eine Gauwirtschaftskammer in der auch die Handwerkskammer und die Frankfurter IHK gleichgeschaltet waren. Die Verbindung zu Frankfurt wurde mit der Wiederaufnahme sofort gelöst. IHK und Handwerkskammer trennten sich erst im März 1946.

19. April 1945 findet auf dem Königsplatz der erste Wochenmarkt nach dem Zweiten Weltkrieg statt.

20. April 1877 wird in Kassel der Maler Paul Scheffer geboren. Scheffer besuchte vier Jahre die Kasseler Kunstakademie, wechselte an die Kunstakademie in Karlsruhe, wo er sich insbesondere in den Sparten Landschafts- und Tiermalerei ausbilden ließ. Danach kehrte er wieder nach Kassel zurück, wo er sowohl einen Auftrag zur Innenmalerei des Rathauses als auch zur künstlerischen Ausgestaltung der Stadthalle bekam. Das von ihm gemalte Fries ist heute noch im Blauen Saal der Stadthalle zu sehen.

21. April 1816 kommt in dem Eckhaus Druselgasse/Mittelgasse Israel Beer Josaphat zur Welt. 29 Jahre später konvertierte der Mann, der in Kassel eine kaufmännische Lehre absolviert hatte und als Bankkaufmann arbeitete, zum Christentum, nannte sich Paul Julius Reuter und gründete - zunächst mit Brieftauben, die schneller als die Post waren - die bis heute erfolgreichste Nachrichtenagentur der Welt.

22. April 1990 fand auf der Frankfurter Straße in der Südstadt zum ersten Mal in Kassel der Tag der Erde statt. Seither wird das große Umwelt und Kulturfest alljährlich in einem anderen Stadtteil ausgerichtet.

23. April 2004 hat die jüdische Gemeinde in Kassel zum ersten Mal seit 1939 als oberste religiöse Instanz wieder einen Rabbiner, der fortan auch die Schabbath- und Festtags-Gottesdienste leitet. Bevor der orthodoxe Rabbiner Shlomo Freyshist, der in Moskau und Tel Aviv studierte, seine Stelle in Kassel antrat, musste sich die Gemeinde mit einem Wanderrabbiner begnügen.

24. April 2004 gab es in Kassel Spitzen-Tennis: Boris Becker trat in der Eissporthalle gegen Henri Leconte an.

25. April 1999 geht in den frühen Morgenstunden der so genannte "Kneipen-Volkswandertag" (eigentlich: Honky-Tonk-Festival) zu Ende. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Eine Stadt - eine Nacht - 28 Live-Bands". Die Kneipengänger mussten nur einmal Eintritt bezahlen, bekamen ein Bändchen an den Arm und hatten damit zu allen Konzerten in allen Lokalen Zutritt.

26. April 2000 läuft im Cinema an der Oberen Königsstraße gegenüber dem Rathaus der letzte Film. Eines der ältesten Kasseler Kinos schließt für immer. Heute stehen an der Stelle des ehemaligen Kinos ein Drogeriemarkt und eine Bäckerei.

27. April 2005 wird der Königsplatz zum Feuchtgebiet. An diesem Tag spritzen die 36 neuen Wasserspeier, die fortan im Volksmund "Elefantenrüssel" genannt werden, ihre Wasserstrahlen (nicht immer) in die dafür vorgesehenen Auffangbecken. Für kleine Kinder ist das nasse Rund jedoch jeden Sommer wieder ein großes Vergnügen.

28. April 1959 fusionieren die beiden nordhessischen Tageszeitungen "Hessische Nachrichten" und "Kasseler Zeitung" zur Hessischen Allgemeinen.

29. April 1955 wurde von Bundespräsident Theodor Heuss in der Aue die erste Bundesgartenschau in Kassel eröffnet. Bis zu ihrem Ende am 16. Oktober werden drei Millionen Besucher gezählt. Im Begleitprogramm der "Buga" eröffnete am 15. Juli auch eine Kunstausstellung: Die erste documenta, kuratiert von ihrem Gründer Arnold Bode. 

30. April 1981 regnete es beim Rundgang zur Eröffnung der zweiten in Kassel stattgefundenen Bundesgartenschau. Dem Wetter angepasst stolzierte Bundespräsident Karl Carstens im grünen Lodenmantel und mit einem Wanderhut auf dem Kopf über das Gelände.

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