Australierin Elle Searston interessiert sich für erneuerbare Energien und liebt Schnitzel

Aus der Hitze in die Kälte

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Schnee im Überfluss: Elle Maree Searston (hier vor dem Roten Kreuz Krankenhaus) hatte nicht viel Zeit, die Freuden des Kasseler Winters zu genießen. Dafür war ihr Terminkalender während der Winter-Uni zu dicht gefüllt. Bevor sie am Mittwoch heimreist, wird sie heute Abend zusammen mit ihrer Gastfamilie im Rathaus empfangen.

Kassel. Die Ankunft in Kassel verhieß eine Überraschung. Als die Australierin Elle Maree Searston Anfang Januar in Kassel aus dem Zug stieg, schlug ihr klirrende Kälte entgegen.

Mit Turnschuhen stapfte die frisch gebackene Umweltingenieurin durch den tiefen Schnee des nordhessischen Winters.

Drei Wochen ist das jetzt her. Doch die 21-jährige Frau aus der 143.000 Einwohner zählenden Küstenstadt Townsville im australischen Bundesstaat Queensland hat dank ihrer Gastgeberin, der HNA-Redakteurin Beate Eder, während ihrer Teilnahme an der Winter-Universität keine kalten Füße bekommen.

Beide Frauen haben zufällig die Schuhgröße 40. Die junge Frau hat die Zeit zwischen ihrem erfolgreichen Abschluss an der James-Cook-University und ihrem Berufsstart in einem Ingenieurbüro in Townsville genutzt, um sich in Kassel über erneuerbare Energien zu informieren.

In ihrer Heimat habe man keine Probleme mit der Kälte, sondern mit der Hitze, sagt sie. Seit 15 Jahren würden die Sommer immer heißer. Das sei wohl eine Folge des Klimawandels. Klar, dass Elle während der Winter-Uni gespannt Vorträge zu diesem Thema auf dem Kasseler Campus verfolgte.

Die 21-Jährige, die noch einen 18-jährigen Bruder hat, interessiert auch, wie man den Klimawandel mit dem Einsatz erneuerbarer Energien bekämpfen kann. Leider sei dieses Thema in ihrer Heimat noch nicht so recht in die öffentliche Diskussion gerückt. „Solarzellen auf den Dächern von Townsville? Fehlanzeige“, sagt die Australierin.

Große Kohlevorkommen

Auch während ihres Studiums habe sie über erneuerbare Energien nichts gelernt. Das liege wohl daran, dass Australien mit riesigen Kohlevorkommen gesegnet sei und man sich deshalb noch wenig Gedanken über Energieknappheit mache, mutmaßt Searston. In absehbarer Zeit werde sich das aber ändern.

Wie die Energieversorgung der Zukunft auch in Australien aussehen könnte, lernte die 21-Jährige unter anderem ganz praktisch bei Besichtigungen der Fabrik des Solartechnikherstellers SMA in Niestetal und des Bio-Energiedorfs Jühnde. Neben dem wissenschaftlichen Pflichtprogramm hatte Searston noch Zeit, etwas über die deutsche Kultur zu erfahren. Sie beteiligte sich an einem von der Uni organisierten Kochkurs und schwärmt jetzt für deutsches Schnitzel und Fleischpastete.

Außerdem hat sie Volkstänze ausprobiert, eine Händel-Oper im Staatstheater besucht und die Kicker der Frankfurter Eintracht bei ihrem Heimsieg gegen Bremen angefeuert. Insgesamt habe ihr das Programm so gut gefallen, dass sie wieder nach Kassel kommen wolle. Morgen geht es aber erst einmal zurück in die Heimat. Dort wird Elle von ihren Eltern und ihrem Hund Fuffy, dem Labrador, schon sehnsüchtig erwartet.

Von Peter Dilling

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