Fragen und Antworten zur HNA-Blutspende-Aktion ab Montag

HNA-Blutspende-Aktion ab Montag: Kühlschränke sollen voll werden

Marc Luckhart, stellvertretender Gruppenleiter Vertrieb beim DRK-Blutspendedienst auf dem Möncheberg, verstaut Erythrozytenkonzentrat, das aus dem Spenderblut gewonnen wurde, in den Kühlschränken des Instituts.
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Auf zur Blutspende: Marc Luckhart, stellvertretender Gruppenleiter Vertrieb beim DRK-Blutspendedienst auf dem Möncheberg, verstaut Erythrozytenkonzentrat, das aus dem Spenderblut gewonnen wurde, in den Kühlschränken des Instituts. Alle Blutgruppen werden gebraucht; die Blutgruppe 0 negativ ist besonders gefragt.

In diesem Sommer sind Menschen bei der HNA-Blutspende zum 20. Mal zur Teilnahme aufgerufen, um die stets zur Ferienzeit knapp werdenden Bestände an Blutkonserven wieder aufzufüllen. 

Mehr als 55 000 Blutspenden sind in zwei Jahrzehnten zusammengekommen. Diesmal steht die Aktion, die von Montag, 13., bis Freitag, 17. Juli, 12 bis 18 Uhr, im Kongress-Palais stattfindet, unter dem Eindruck des Coronavirus.

Warum gibt es im Sommer überhaupt Engpässe?
Klettern die Temperaturen, sinkt die Spendenbereitschaft. Das Kasseler Institut des DRK-Blutspendedienstes spürt dies deutlich. Es stellt täglich bis zu 250 Konserven bereit; in den Sommerferien, wenn zudem noch viele Menschen in den Urlaub fahren, sind es 20 Prozent weniger.
In diesem Jahr wird Blut aber noch aus einem anderen Grund gebraucht: Welche Rolle spielt die Corona-Pandemie?
Nach der coronabedingten Pause finden in den Krankenhäusern der Region wieder Operationen statt: Zu den akuten gesellen sich jede Menge aufgeschobene Eingriffe. Die Blutspendedienste, die die vorgehaltene Menge während des Lockdowns reduziert hatten, wollen nun wieder bei 100 Prozent sein.
Zögern viele Menschen angesichts der Pandemie, Blut zu spenden?
Jein. Wie immer in Krisenzeiten gibt es jene, die gerade jetzt helfen und Gutes tun wollen. Andere wiederum fürchten sich vor der Ansteckung mit dem Coronavirus.
Ist die Blutspende denn sicher?
Das Personal des DRK-Blutspendedienstes trifft zusätzlich zu den ohnehin hohen Hygienestandards weitere Schutzmaßnahmen, etwa Temperaturmessungen. Zudem erhalten alle Spender einen Mund-Nase-Schutz. Bei der HNA-Blutspendeaktion gibt es mehr als 20 Desinfektionsstationen, einen Einbahnstraßenverkehr und Sicherheitspersonal. Und natürlich gilt das Abstandsgebot. Die Liegen stehen zwei Meter auseinander, die Räumlichkeiten im Kolonnadenflügel des Kongress-Palais – dorthin weicht die Aktion aus – bieten auf zwei Etagen ausreichend Platz: Pro Person stehen rund 20 Quadratmeter Fläche zur Verfügung.
Wie werden die sonst typischen langen Schlangen am Eingang vermieden?
Erstmals müssen sich Spender vorab anmelden. Per Mail: zu.hna.de/spende20 oder per Telefon unter 0800- 1 19 49 11 können sie sich einen freien Termin reservieren. Lange Wartezeiten werden dadurch vermieden. Dr. Markus Müller, Direktor des Kasseler Instituts für Transfusionsmedizin, rechnet damit, dass Spender etwa 45 Minuten insgesamt einplanen sollten. Diesmal erstreckt sich die Aktion über fünf Tage: Pro Tag können maximal 480 Menschen spenden.
Wer darf überhaupt spenden?
Prinzipiell und somit auch während der Corona-Pandemie gilt: Spenden darf, wer gesund ist und sich fit fühlt. Wer mit dem Virus infiziert war oder Kontakt zu Infizierten hatte, muss vier Wochen pausieren. Spendewillige, die aus dem Ausland (ausgenommen sind Belgien, Dänemark, Frankreich, Niederlande, Polen, Tschechische Republik, Österreich, Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein) zurückgekehrt sind, müssen für zwei Wochen von der Blutspende zurückgestellt werden. Dies gilt auch für Spendewillige nach Aufenthalt in einem Risikogebiet in Deutschland.
Gibt es eine Altersgrenze?
Erstspender sollten mindestens 18 Jahre alt sein und nicht älter als 64. Wer schon gespendet hat, kann das bis zum Alter von 73 Jahren tun. Zwischen zwei Blutspenden sollten 56 Tage Abstand liegen.
Werden die Blutspenden auf Coronaviren untersucht?
Nein. Laut RKI ist eine Übertragung durch Blut nicht anzunehmen, weil das Virus bei symptomlosen Personen im Blut nicht nachweisbar ist.
Warum ist es überhaupt wichtig, Blut zu spenden?
Trotz der Pandemie muss die reguläre Patientenversorgung mit Blutpräparaten gesichert sein. Einige wichtige Blutpräparate sind nur sehr kurz haltbar. An jedem Werktag müssen in Deutschland nach Angaben des DRK-Blutspendedienstes mindestens 15 000 Blutspenden gewonnen werden, um die Versorgung schwerkranker Patienten in den Kliniken zu gewährleisten. Viele Erkrankte erhalten ihr Leben lang Präparate, die aus Spenderblut gewonnen werden. Rund ein Fünftel aller Blutpräparate wird übrigens für Krebspatienten benötigt.
Warum gibt es kein Geld für die Blutspende?
Ein finanzieller Nutzen darf kein Beweggrund sein, um Blut zu spenden. Um Missbrauch zu vermeiden, sind finanzielle Anreizsysteme sogar gesetzlich untersagt. Bei der HNA-Blutspendeaktion werden Spender mit Getränken versorgt; coronabedingt gibt es keinen Imbiss vor Ort, aber zum Mitnehmen. Und es gibt wieder ein Dankeschön für alle Teilnehmer: einen Gutschein zum Besuch der Kurhessen-Therme (Drei-Stunden-Karte) oder eine Freikarte für den Besuch im Cineplex-Capitol-Kino in Kassel oder Baunatal.
Wo kann man parken?
Hinter dem Kongress-Palais stehen an der Heinemannstraße rund 60 kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Stadthalle gut zu erreichen.

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