Ein verfolgter Mann

HNA-Kommentar zu Mehmet Göker: Armer Wicht

Frank Thonicke, E-Mail: tho@hna.de

Im Insolvenzverfahren gegen Mehmet Göker einigten sich der Ex-MEG-Chef und der Insolvenzverwalter, Dr. Fritz Westhelle, auf eine Zahlung von 200.000 Euro. Ein Kommentar von Frank Thonicke, Leiter der Lokalredaktion Kassel.

Manche werden meinen, der Mann hat alles richtig gemacht: sitzt in der Sonne, hat vermutlich einiges auf die Seite gebracht und kommt nun mit läppischen 200.000 Euro billig davon. Aber mehr zu holen ist bei Mehmet Göker nicht - schließlich ist er offiziell Muttis Angestellter.

Diese Erkenntnis mag auch Insolvenzverwalter Dr. Fritz Westhelle getrieben haben, lieber den sicheren Spatz in der Hand zu halten, als der Taube auf dem Dach nachzujagen.

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Allen, die für viel, viel weniger als 200.000 Euro Jahr für Jahr malochen und Steuern zahlen, mag dies zu Recht empören. Vielleicht tröstet sie, dass bei näherem Hinsehen sich Gökers Glanz als ziemlich matt erweist: Der Mann ist nicht nur vorbestraft, sondern wird nach wie vor von den Ermittlern verfolgt. Gegen ihn existiert ein Haftbefehl, der seinen Wohnsitz Türkei zu einem großen Gefängnis werden lässt. Betritt Göker EU-Boden, wird er festgenommen.

Da helfen auch keine Sprüche oder Selbstinszenierungen: In Wirklichkeit ist er ein armer Wicht.

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