HNA-Kommentar: Ulrike Pflüger-Scherb über Pfeffermanns Verhalten

Rainer Pfeffermann

Menschen empfinden subjektiv, Frauen und Männer nehmen Situationen nicht selten unterschiedlich wahr. Für die Fünfte Strafkammer steht fest, dass Rainer Pfeffermann vor elf Jahren eine Frau gegen ihren Willen berührt hat.

Für die traumatisierte Frau muss das ein Horror gewesen sein. Für Pfeffermann, der stets beteuert hat, nichts Schlimmes gemacht zu haben, war das wohl ganz normal.

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Da ihm offenbar nicht nachzuweisen ist, dass er die psychisch kranke Frau vorsätzlich sexuell missbrauchen wollte, mag Pfeffermanns Freispruch aus juristischer Sicht richtig sein. Sein zupackendes Verhalten gegenüber Frauen ist deshalb noch lange nicht in Ordnung.

Solch ein Gehabe verstößt nicht nur gegen Regeln des Anstands, sondern lässt auch auf ein gewisses Frauenbild des Ex-Bundestagskandidaten schließen. Pfeffermann will wieder Karriere machen. Bei einem Freispruch hatten ihm die Parteifreunde zugesagt, dass er zurückkommen kann. Doch über sein Comeback entscheiden nicht nur männliche Genossen. Es gibt auch Frauen in der SPD. Und auch Frauen gehen wählen.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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