Kommentar zu Wildtieren im Zirkus: Es geht auch ohne

Wird das Wildtier-Verbot in Zirkussen beschlossen, sind Elefant und Co. in Kasseler Manegen bald Geschichte. Das Kulturgut Zirkus geht damit nicht unter, findet Andreas Hermann.

Da mag sich mancher wehmütig an die Dickhäuter-Parade eines Circus Krone erinnern. Doch wer einmal hinter die Kulissen geblickt und die Ketten, Käfige und Ställe gesehen hat, muss eingestehen: Bestenfalls gibt es in umherziehenden Zirkusbetrieben vorschriftsmäßige Unterkünfte für Wildtiere. Artgerecht-angemessene kann es für sie gar nicht geben.

Das in Kassel geplante Auftritts- und Schauverbot soll für Affen, Elefanten, Nashörner, Bären, Flusspferde und Giraffen gelten. Dass es auch ohne Wildtiere geht, beweisen Zirkusse, die ihr Publikum mit Artistik, Magie und Clownerie begeistern. Dem Circus Flic Flac gelingt dies bei seinen Gastspielen über Wochen hinweg.

Seit 2002 bereits steht der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz. Da kann ein Wildtier-Verbot nur für jene Betriebe bedrohlich sein, die noch nicht die Zeichen der Zeit erkennen. Das Kulturgut Zirkus geht damit nicht unter – auch in Kassel nicht.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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