Kagida- und Gegendemonstranten nebeneinander

Kommentar zur Demo-Entscheidung des VGH: Bühne für Extremisten

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Kassel. Der Verwaltungsgerichtshof hatte eine Gegendemonstration in direkter Nähe zu Kagida-Anhängern erlaubt. Ein Kommentar dazu von HNA-Redakteur Claas Michaelis.

Als Triumph haben die Gegner von Kagida die Eilentscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofgefeiert. Zweifellos ist ihnen ein Punktsieg gelungen. Zu verstehen ist diese Entscheidung für den Laien allerdings kaum. Wie sollen sich in der Praxis zwei Gruppen, die sich in Abneigung und Hass verbunden sind, ein und denselben Platz zum Demonstrieren teilen, ohne dass es zu Gewalttätigkeiten kommt?

Die Antwort auf diese Frage: Es funktioniert nur, wenn die Einsatzkräfte der Polizei ihre Köpfe hinhalten. Zu beneiden sind die Beamten um ihre Arbeit in diesen Tagen nicht. Sie müssen ausbaden, was an anderer Stelle versäumt wurde.

Mit der Kundgebung für ein weltoffenes Kassel gab es in der vorigen Woche den guten Versuch, den Extremisten auf beiden Seiten durch Konfrontation auf dem Scheidemannplatz nicht weiter die Bühne zu bereiten. Diese Bemühungen haben gestern einen Dämpfer erlitten. Hoffentlich gelingt es den Gemäßigten, das durchzusetzen, wofür angeblich auch die Extremisten kämpfen: Toleranz.

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