Kommentar zur Gasattacke nach Ärger um Hundekot

Gasattacke nach Zoff um Hundekot - Der Streit um die Beseitigung von Hundekot führte am Samstag zu einer tätlichen Auseinandersetzung im Vorderen Westen. Ein Kommentar von Ulrike Pflüger-Scherb.

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Um eins klarzustellen: Der Angriff eines Mannes mit Reizgas auf einen Rentner erfüllt den Straftatbestand der gefährlichen Körperverletzung. Solch eine Attacke muss geahndet werden. Nichtsdestotrotz darf man sich über die Ursache der Auseinandersetzung Gedanken machen. Ist es wirklich so schlimm, wenn ein Fremder einen Beutel mit Hundekot, ein benutztes Tempo oder eine volle Kinderwindel in eine private Mülltonne wirft? Mit einer Portion normalem Menschenverstand muss man diese Frage eindeutig mit Nein beantworten.

Allerdings hat man mitunter das Gefühl, dass gesunder Menschenverstand bei Konfikten immer seltener eine Rolle spielt. Ebenso wie das Gefühl für Verhältnismäßigkeit abnimmt. Denn in der Tat ist es zu beobachten, dass Menschen nicht nur Kleinigkeiten in fremde Tonnen werfen, sondern tütenweise Müll, um selbst Geld zu sparen. Neben der Waschbär-Population ist diese asoziale und wilde Müllentsorgung wohl ein Grund dafür, dass immer mehr Menschen ihre Tonnen mit einem Schloss versehen. Das ist eine Entwicklung in unserer Gesellschaft, die nicht für ein gesundes Miteinander, Solidarität und Menschlichkeit spricht. Spießigkeit, Egoismus und Gewaltbereitschaft scheinen hingegen bei einigen Oberhand zu gewinnen. Anders ist solch ein Zwischenfall, wie bei dem Streit am Samstag um die Entsorgung von Hundekot, nur schwer zu erklären.

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