Wurde hier mit Vorsatz gehandelt?

Kommentar zum Gebaren der MHK beim Schlosscafé: "Wie ein Despot"

Horst Seidenfaden über das Schlosscafé.

Kassel. Es ist nicht die erste Auseinandersetzung zwischen der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) und den Pächtern des Schlosscafés. Doch nun wurde alles durch die Behauptung, die Einrichtung sei geschlossen, auf die Spitze getrieben. Dazu ein Kommentar von HNA-Chefredakteur Horst Seidenfaden.

Lesen Sie auch:

- Falschauskunft der MHK: Schlosscafé wunderte sich über ausbleibende Gäste

- Schlosscafé: Pächtern droht nach 37 Jahren die Zwangsräumung

Es zählt zu den journalistischen Prinzipien, bei einem Streit-Thema immer beide Seiten zu hören. So hielt es die HNA auch immer bei den vielen Auseinandersetzungen zwischen der mhk und den Pächtern des Schlosscafés, dem Ehepaar El Ahl.

Und immer wieder hat man danach bei der Bewertung des Sachverhaltes das sichere Gefühl, dass hier eine staatliche Institution kein Mittel auslässt, um - im Übrigen nicht definierte - Interessen durchzusetzen.

Fühlen sich von MHK gemobbt: Mahmoud El Ahl (hier mit seiner Tochter Sabrina Freifrau von Fürstenberg) betreibt seit 37 Jahren mit seiner Frau Astrid das Schlosscafé an der Tulpenallee. Nun will sie die MHK notfalls zwangsräumen lassen. 

Doch nun, nach diesem geschäftsschädigendem Mobbing gegen zwei verdiente und beliebte Gastronomen, ist das Maß voll. Vor Tagen ließ die mhk bei laufendem Betrieb im Café die Schlösser der Türen vermessen - klare Botschaft an die vielen Gäste: Hier läuft die Uhr ab. Nun, noch vor dem Urteil, der Versuch, den Betrieb auf diese Art zu schädigen. Die Tatsache, dass sich die mhk noch nicht einmal für den Vorfall entschuldigt hat, verbunden mit der Tatsache, dass über einen längeren Zeitraum mitgeteilt wurde, das Café sei geschlossen, lässt nur einen Schluss zu: Hier wurde mit Vorsatz (auf Anweisung?) gehandelt.

Die Art und Weise, wie die mhk mit einem langjährigen Geschäftspartner umgeht, ist ein Skandal. Und es ist mehr als erstaunlich, dass das zuständige Ministerium seine untergeordnete Behörde agieren lässt, als könne die mhk hier im rechtsfreien Raum agieren wie ein mittelalterlicher Despot.

E.Mail an den Autor: hos@hna.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.