Kommentar

Ausweichende Antworten von Timon Gremmels: Plötzlich mutlos

Kassel. Manchmal sagen ausweichende Antworten mehr aus als Klartext. So auch beim heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Timon Gremmels, kommentiert HNA-Redakteur Florian Hagemann.

Welche Reaktionen es auf seine Kritik am Noch-Parteivorsitzenden Martin Schulz gegeben habe? Gremmels erklärt, bereits am Tag zuvor alles gesagt zu haben. Das zeigt, wie instabil und sensibel die Lage der Sozialdemokraten in diesen Tagen ist.

Dabei hat Gremmels am Mittwoch eine bemerkenswerte und vor allem ehrliche Antwort gegeben – und das Problem benannt: Es heißt Schulz und ist verbunden mit dessen Schlingerkurs in eigener Sache. Niemals werde er in ein Kabinett Merkel eintreten. Jetzt will er Außenminister im nächsten Kabinett Merkel werden. Das ist nur schwer vermittelbar.

Das weiß auch Gremmels, der in den nächsten Tagen aber gerade das leisten muss: Überzeugungsarbeit an der SPD-Basis, die letztlich über das Zustandekommen der nächsten großen Koalition entscheidet. Ohne einen von Eigeninteressen getriebenen Schulz fiele das leichter, weil es eben nicht nur um Inhalte, sondern auch um Personen geht. Nur braucht es jetzt den Mut jener Arbeiter an der Basis, deutlich darauf hinzuweisen – mit dem Ziel, die umstrittene Personalie doch noch zu verhindern. Es scheint, als habe Gremmels über Nacht dieser Mut verlassen.

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