"Völlig absurde Vorwürfe"

HNA-Reporter bei gewaltsamen Unruhen in US-Kleinstadt Ferguson festgenommen

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HNA-Reporter Frank Herrmann: Bei den Unruhen in Handschellen abgeführt und ins Gefängnis gebracht. "Völlig absurde Vorwürfe", sagt er dazu.

Ferguson/Kassel. Noch in der Dienstagsausgabe hatte HNA-Reporter Frank Herrmann das militärische Auftreten der Polizei in Ferguson kritisiert, nun wurde der Journalist selbst zum Betroffenen: Am Rande der Unruhen in der Nacht zu Dienstag wurde er in Handschellen abgeführt und ins Gefängnis gebracht.

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Die "Welt" berichtete, ihr Autor Ansgar Graw und HNA-Reporter Frank Herrmann seien am Montagnachmittag ins Gefängnis in St. Louis gebracht worden. Nach drei Stunden seien beide dann wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Graw und Herrmann bestritten demnach den Vorwurf, sie hätten eine Aufforderung der Polizei missachtet, nicht auf der Straße stehen zu bleiben. Dort hätten nachts zwar Proteste stattgefunden, zum Zeitpunkt der Festnahme sei die Straße aber fast menschenleer und die Lage ruhig gewesen, berichtete die "Welt" unter Berufung auf die beiden Journalisten.

HNA-Reporter Herrmann: "Völlig absurde Vorwürfe"

"Die Polizei wollte verhindern, dass wir unseren Auftrag, über die Vorgänge in Ferguson zu recherchieren, erfüllen können", wurde Graw zitiert. "Das ist eine eklatante Verletzung der Pressefreiheit." Herrmann bezeichnete die Vorwürfe demnach als "völlig absurd". Offenkundig sollten Reporter in Ferguson eingeschüchtert und von ihrer Arbeit abgehalten werden.

In einem Kommentar für die HNA-Dienstagsausgabe hatte Frank Herrmann zuletzt die Ordnungshüter heftig kritisiert. "Sie führen sich auf, als wäre Krieg".

Zuletzt aktualisiert um 12.05 Uhr. 

In der Nacht zum Dienstag kam es erneut zu vereinzelten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Als einige von ihnen mit Glas- und Plastikflaschen warfen und versuchten, eine Straße zu blockieren, setzte die Polizei nach Angaben des US-Senders CNN Tränengas und Blendgranaten ein. Augenzeugen berichteten auch von Schüssen. Journalisten kommentierten, das Vorgehen der hochgerüsteten Polizei erinnere an Kriegstaktik.

Auslöser der Krawallen ist ein Ereignis vom 10. August. Hier hatte ein  Polizist in der Kleinstadt Ferguson einen offenbar unbewaffneten schwarzen Jugendlichen erschossen. Seitdem kommt es beinahe täglich zu heftigen Auseinandersetzungen. (dpa/rpp) 

Mehr Berichte aus der Nacht der Unruhen von Frank Herrmann lesen Sie im Laufe des Tages hier.

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