Ergebnisse von drei Teststrecken

HNA-Test: Was ist schneller? Mit Bahn, Auto oder Fahrrad durch Kassel

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Traten gegeneinander an: Die HNA-Mitarbeiter Mareike Spieker, Johanna Daher (von links im Auto), Benjamin Kling (nahm die Bahn) und Bastian Ludwig auf dem Rad. Die erste Route führt vom Bahnhof Wilhelmshöhe (Foto) zum Holländischen Platz.

Kassel. Mit welchem Verkehrsmittel kommt man am schnellsten durch die Stadt? Um dies herauszufinden, starteten wir einen Versuch, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Im morgendlichen Verkehr traten HNA-Kollegen mit Auto, Fahrrad und Straßenbahn gegeneinander an.

Am Ende stand fest: Meist erreichen Autofahrer als erstes das Ziel – allerdings nur, wenn sie nicht in die großen Baustellen wie derzeit am Altmarkt geraten. Auf solchen Strecken haben Radfahrer die Nase vorn.

So lief der Test

Um die Vor- und Nachteile der Verkehrsmittel unter unterschiedlichen Bedingungen zu testen, sind die Tester drei Strecken gefahren, wobei jeweils die Zeit gestoppt wurde.

Beim Nahverkehr haben wir sowohl die Wartezeit auf die nächste Bahn wie auch die reine Fahrzeit gemessen. Besonders wer spontan Bus oder Bahn wählt, braucht wegen der Wartezeit auf die nächste Verbindung meist länger als der Auto- und Fahrradfahrer.

Bedingung des Tests war auch, dass sich Auto- aber insbesondere auch der Radfahrer an die Verkehrsregeln halten müssen. Das bedeutet:  keine Fahrten über reine Fußwege, um etwa Ampeln zu umfahren. Allerdings durfte jeder die für ihn günstigste Route wählen.

Vom Wilhelmshöher Bahnhof zum Holländischen Platz

Mit dem Auto: 11 Minuten, 37 Sekunden. Vom Bahnhof Wilhelmshöhe ging die Route über die Kölnische Straße zum Holländischen Platz. Glücklicherweise wurden mit dem Auto viele Grün-Phasen an den Ampeln abgepasst. Bei einem weiteren Test des Weges, wurde die Route vom IC-Bahnhof über die Wilhelmshöher Allee, Trompete (Frankfurter/ Fünffensterstr.) und den Altmarkt gewählt. Unglaubliche 27 Min. 47 Sek. dauerte die Fahrt an den Baustellen vorbei.

Mit dem Fahrrad: 15 Minuten, 10 Sekunden. Auf der Strecke vom Wilhelmshöher Bahnhof zur Uni am Holländischen Platz profitierte der Radfahrer vom natürlichen Gefälle. Wo der Radfahrer auf parallel zur Straße verlaufenden Radwegen fahren konnte, machte er Zeit gut, denn er kam so an Autoschlangen vor Ampeln vorbei. An den Knotenpunkten kam er so schon immer mit der ersten Grün-Phase über die Ampel. Flott ging’s bergab von der Innenstadt zur Uni.

Vom Holländischen Platz zum Bebelplatz

Mit dem Auto: 12 Minuten.  Vom Parkplatz der Universität startend gab es das Problem, dass beim Auffahren auf die Holländische Straße nur das Rechtsabbiegen erlaubt ist, weshalb auf Höhe der Mombachstraße gewendet werden musste. Anschließend ging die Fahrt über Lutherplatz, Hauptbahnhof und Kölnische Straße zum Bebelplatz. Baustellen gab es auf dieser Strecke keine. Noch vor Fahrrad- und Bahnfahrer kam das Auto am Bebelplatz an.

Mit dem Fahrrad: 14 Minuten, 58 Sekunden. Die Strecke vom Holländischen Platz bis zum Bebelplatz ist wegen der Steigung für den Radfahrer nachteilig. Bei der Fahrt über den Stern, Lutherplatz, Hauptbahnhof und Kölnische Straße hat der Autofahrer bereits am Lutherplatz uneinholbar die Führung übernommen. Erst auf der gerade verlaufenden Kölnischen Straße in Richtung Vorderer Westen, kommt man mit der Kraft der Beine wieder flotter voran.

Mit der Straßenbahn: 27 Minuten, 30 Sekunden. Bei der zweiten Etappe war die Straßenbahn wieder das Verkehrsmittel, das am meisten Zeit für die Strecke benötigte. Allerdings nahm die Wartezeit hier einen Großteil der verregneten Reise ein. Am Holländischen Platz dauerte es 6 Min. 40 Sek. bis die Straßenbahn kam. Für die Strecke zum Bebelplatz musste am Königsplatz umgestiegen werden. Nun vergingen wieder 6 Min. 41 Sek., bevor es weiterging. Einziger Trost: Alle Haltestellen der KVG waren überdacht.

Vom Bebelplatz zum Auestadion

Mit dem Auto: 8 Minuten, 58 Sekunden. In relativ kurzer Zeit hatte man mit dem Auto vom Bebelplatz startend das Auestadion erreicht. Eine Weile lag sogar der Radfahrer vorn und erreichte eine grüne Ampel noch, wo das Auto halten musste. Auf der langen Schönfelder Straße konnte ihn das Auto dann überholen und erreichte das Ziel wieder zuerst. Baustellen gab es auch keine, dafür rote Ampeln. Trotzdem beeindruckte die Zeit des Fahrradfahrers, der nur wenig länger als das Auto brauchte.

Mit dem Fahrrad: 9 Minuten, 45 Sekunden. Vom Bebelplatz zum Auestadion kam man mit Rad zügig voran. Die Strecke führt, abgesehen von der Senke auf der Schönfelder Straße, nur bergab. Nachdem das Auto zunächst vorne lag, konnte der Radfahrer an der Ecke Goethestraße/ Querallee die Führung übernehmen. Dort läuft der Radweg parallel zur Straße, sodass er nicht in der Autoschlange zwei Ampelphasen warten musste. Hinter der Senke Schönfelder Straße zog das Auto wieder vorbei.

Mit der Straßenbahn: 19 Minuten, 58 Sekunden. Zwar war diese Etappe die schnellste für die Straßenbahn, dennoch war sie wieder das zeitaufwändigste Verkehrsmittel. Vom Bebelplatz aus war fast sofort (47 Sekunden) eine Bahn zur Stelle. In der fast neunminütigen Fahrt über die Friedrich-Ebert-Straße hatte die dortige Baustelle keinerlei Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Beim Umsteigen am Rathaus dauerte es 5 Min. 49 Sek. bis die Anschlussbahn kam. Nach weiteren 4 Min. wurde dann das Auestadion erreicht. (bal/bek/jda/rax)

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