Nach Diskussionen um Geschwindigkeitslimit

HNA-Test: Mit Tempo 30 statt 50 auf der Frankfurter Straße

Kassel. Es wird nun viel darüber diskutiert, wie viel länger Autofahrer für eine Strecke brauchen, wenn dort Tempo 30 statt Tempo 50 gefahren werden darf. Wir machten den Selbstversuch mit Stoppuhr, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt.

Wir fuhren sechs Mal die gleiche Strecke auf der Frankfurter Straße vom Auestadion bis zur Einmündung Tischbeinstraße und zurück – in jede Fahrtrichtung drei Mal mit Tempo 30 und drei Mal mit Tempo 50. Für diesen einen Kilometer langen Abschnitt schlagen die Verkehrsplaner ein Tempolimit vor.

Begonnen haben wir unsere Messung, wenn die Ampel am Auestadion auf Grün sprang, gestoppt wurde, wenn die Ampel unterhalb des Weinbergs Grün zeigte.

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Bei allen Fahrten stellte sich heraus, dass den größten Einfluss auf die Fahrzeit die Ampelschaltung hat. Aus Sicht der Autofahrer ist diese eher ungünstig: Wer an der Fußgängerampel Heinrich-Heine-Straße bei Grün startet und Strich 50 fährt, der sieht am Weinberg wieder Rot. Genauso ist es auch in stadtauswärtiger Richtung zwischen den Ampeln Heinrich-Heine-Straße und Bosestraße (Haltestelle Auestadion).

• Bei Tempo 50: Im besten Fall brauchten wir in stadteinwärtiger Richtung 1 Minute 37 Sekunden. Dafür darf man aber nur für etwa 15 Sekunden an einer der Ampeln warten. Im schlechtesten Fall benötigten wir 3 Minuten 2 Sekunden, als wir vor allen Ampeln warten mussten. In stadtauswärtiger Richtung betrug die schnellste Zeit 1 Minute 56 Sekunden und die schlechteste 2 Minuten 20 Sekunden.

• Bei Tempo 30: Im besten Fall brauchten wir stadteinwärts 2 Minuten 12 Sekunden und im schlechtesten 2 Minuten 55 Sekunden. In stadtauswärtiger Richtung waren im besten Fall 2 Minuten 10 Sekunden nötig und im schlechtesten sogar 3 Minuten 59 Sekunden. Der Test fand zwischen 14 und 15 Uhr statt, außerhalb des Berufsverkehrs. Die Reaktionen der anderen Autofahrer variierten zwischen Hupen und langsam hinterherfahren. (bal)

Rubriklistenbild: © dpa

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