Mit der Polizei prüften wir Fahrräder

HNA-Test: Nur ein Rad vorbildlich in Sachen Verkehrssicherheit

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Alles bestens: Hauptkommissar Holger Menne und Oberkommissarin Sonja Hemgesberg mit Radfahrerin Ulrike Beiner. Ihr Rad war, als einziges im Test, vollständig verkehrssicher.

Kassel. Bei der Verkehrssicherheit des Fahrrads nehmen es viele Radfahrer nicht so genau. Andere wissen aber auch gar nicht, was zu einem verkehrssicheren Fahrrad gehört und was nicht erlaubt ist. Das zeigte sich auch beim Fahrradtest von Polizei und HNA in der Innenstadt.

Die blau-weiße Uniform ruft bei einigen Radfahrern offenbar ein schlechtes Gewissen hervor. Und so gab es beim Radtest in der Kasseler Innenstadt mehrere Radfahrer, die schon von weitem abdrehten, als sie Hauptkommissar Holger Menne und dessen Kollegin Oberkommissarin Sonja Hemgesberg entdeckten. Dabei gab es nichts zu befürchten. Denn bei dieser Kontrolle drohte kein Bußgeld, sie sollte lediglich der Aufklärung der Radfahrer dienen.

Ulrike Beiner brauchte keine Aufklärung mehr. Am Fahrrad der Kasselerin war alles dran, was ein Fahrrad braucht. „Ich hatte es auch erst überprüfen lassen“, sagt Beiner. Sie war die einzige Radfahrerin im Test, an deren Fahrrad es nichts zu beanstanden gab.

Bei den anderen überprüften Fahrrädern entdeckten die Polizisten mehr oder weniger viele Mängel. Meistens handelte es sich um Bremsen, die nachgezogen werden müssten oder ganz defekt waren und eine nicht ausreichende Beleuchtung. „Viele wissen nicht, dass nach hinten zwei rote Reflektoren vorgeschrieben sind“, sagt Menne. Einer dürfe in der Rückleuchte integriert sein.

Ebenso fielen bei der Kontrolle fehlende Speichenreflektoren auf oder vorhandene entsprachen nicht den Vorschriften. Diese müssen gelb sein, nicht weiß. Stäbchenförmige Reflektoren sind alleine nicht zulässig. Nur wenn der Reifen selbst einen reflektierenden Streifen hat, kann komplett auf Speichenreflektoren verzichtet werden.

Unwissenheit gab es bei den Radfahrern auch, was den Umgang mit batteriebetriebenen Stecklichtern angeht. Viele wussten zwar, dass es keine Dynamo-Pflicht mehr gibt, aber ihnen war nicht klar, dass die Stecklichter auch tagsüber am Rad befestigt werden müssen (Ausnahme: Rennräder bis elf Kilo). Die Lampen müssten tagsüber zwar nicht eingeschaltet werden, aber es reiche nicht, sie in der Tasche mitzunehmen, sagt Polizistin Hemgesberg.

Lennart König vom ADFC Kassel kritisiert, dass der Handel nicht verpflichtet sei, nur verkehrssichere Räder zu verkaufen. „Verkaufen dürfen sie erstmal alles, obwohl es nicht für den Straßenverkehr zugelassen ist. Die Verantwortung trägt der Halter“, sagt Menne.

Hintergrund: Das braucht ein sicheres Fahrrad

• Eine hell tönende Klingel

• Zwei voneinander unabhängige Bremsen

• Scheinwerfer vorn.

• Rote Schlussleuchte. Ein Dynamo ist nicht mehr vorgeschrieben, auch batterie- und akkubetriebene Stecklichter sind erlaubt. Diese müssen aber auch tagsüber am Rad befestigt werden.

• Ein weißer Rückstrahler (Reflektor) vorn. Dieser darf auch im Scheinwerfer integriert sein.

• Zwei rote Reflektoren hinten (einer kann auch in Leuchte integriert sein).

• Vier gelbe Rückstrahler an den Pedalen

• Je zwei gelbe Speichenreflektoren pro Rad.

• Ausnahme: An Rennrädern bis elf Kilo müssen Stecklichter tagsüber nicht angebracht, aber mitgeführt werden.

Von Bastian Ludwig

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