Mehr als 9000 Kasseler geben ihre Stimmen zur Kommunalwahl schon vorher ab

Hochbetrieb im Wahlbüro

Schon gewählt: Robert Kitzmann, Tatjana Rosenthal und Christa Kitzmann werfen ihre Stimmzettel in die Wahlurne. Weil der Schlitz für die Umschläge zu klein ist, hebt Stadt-Mitarbeiterin Sandra Austen den Deckel. Im Hintergrund: Marina Konrath. Foto: Michaelis

Kassel. Wartezeiten sind in einem deutschen Wahllokal eher selten. Etwas anders ist es derzeit im Briefwahlbüro im Kasseler Rathaus. Dort ist der Andrang zeitweise so groß, dass Wähler schon mal ein paar Minuten warten müssen, bevor sie ihre Stimmen abgeben können.

Christa und Robert Kitzmann sowie ihre Tochter Tatjana Rosenthal sehen das gelassen. Sie wählen lieber vor dem eigentlichen Termin am 27. März. „Der Wahlzettel ist so groß“, sagt Christa Kitzmann und lacht. „Ich will die Leute nach mir im Wahllokal nicht so lange aufhalten.“ Mit dem Kummulieren und Panaschieren habe sie aber keine Schwierigkeiten.

Die Kitzmanns und ihre Tochter sind drei von mehr als 9000 Kasselern, die bereits ihre Stimmen im Briefwahlbüro gemacht haben oder sich die Unterlagen nach Hause haben schicken lassen. Gerade am Anfang hätten mehr als 1000 Berechtigte pro Tag Anträge auf Briefwahl gestellt, sagt Helmut Schäfer, stellvertretender Wahlleiter der Stadt Kassel. Inzwischen seien es etwas weniger.

Höhere Beteiligung vermutet

Trotz des zeitweise großen Andrangs seien die Zahlen „im Rahmen der Erwartungen“, sagt Schäfer. Dadurch, dass die Kommunalwahl zeitgleich mit der Oberbürgermeisterwahl stattfindet, sei vermutlich mit einer etwas höheren Wahlbeteiligung als sonst zu rechnen.

Kummulieren und Panaschieren ist auch für Ingrid und Wedigo Papke kein Problem. „Aber der große Wahlzettel ist Papierverschwendung“, sagt Wedigo Papke. Weil seine Frau und er am 27. März nicht da sind, haben sie ihre Stimmen schon vorher im Rathaus abgegeben.

Kitzmanns und Papkes sind offenbar eher Ausnahmen, weiß Sandra Austen zu berichten, die im Briefwahlbüro Tag für Tag die Wähler betreut. Viele fragen, wie das Kummulieren und Panaschieren funktioniert. Gerade ältere Leute seien verunsichert, sagt Austen. Viele seien aber beruhigt, wenn ihnen erklärt wird, dass sie ihre Stimmen nicht zwingend verteilen müssen und auch nur ein Kreuz ausreicht.

Einige Wähler wollen ihre Kreuze auch gleich am Tisch der Mitarbeiter machen. „Das geht natürlich nicht“, sagt Austen. Sonst würde gegen das Prinzip der geheimen Wahl verstoßen.

Austen und ihre Kollegen erleben durchaus kuriose Situtionen. Kürzlich habe ein Wähler in der Kabine Notizen auf der Tischplatte gemacht. Er haben nicht den Überblick verlieren wollen, wie viele Stimmen er schon verteilt hatte, sagt Austens Kollegin Marina Konrath. „Den Tisch haben wir nur schwer wieder sauber bekommen.“ Ein Problem lösen Austen, Konrath und ihre Kollegen ganz leicht. Die Umschläge sind zu groß für die Schlitze in den Wahlurnen. Deswegen heben die Mitarbeiter kurz den Deckel, damit die Wähler ihre Stimmzettel einwerfen können.

Von Elena Müller und Claas Michaelis

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