Etliche Besucher der Tattoo- und Piercingmesse in der Elwe ließen sich tätowieren

Hochbetrieb in den Zellen

Auch die Koteletten waren tätowiert: Johnny-Cash-Cover Ski King in Aktion.

kassel. San Quentin in der Elwe: Auf der Bühne im Hof ruft das Johnny-Cash-Cover Ski King das legendäre Konzert des Country-Stars in dem amerikanischen Hochsicherheitsgefängnis in Erinnerung, in den Zellen drinnen drängen sich tätowierte Männer und Frauen. Besucher aus ganz Deutschland kamen am Wochenende zur Tattoo- und Piercingmesse in die ehemalige Justizvollzugsanstalt am Unterneustädter Kirchplatz.

Rockige Typen, illustre Mädchen mit Miedern, Zöpfen und Pünktchenblusen und schrille Ladys tummelten sich in den Gängen und Zellen des früheren Untersuchungsgefängnisses, aus denen laute Rockmusik dröhnte.

Wer bei ihrem Anblick auf den Geschmack gekommen war, konnte sich vor Ort bei 30 Händlern mit ausgefallenen Outfits und Accessoires eindecken. Und sich ein Tattoo stechen lassen - im angesagten Maori-Stil oder auf andere Art. Allerdings musste man dafür viel Zeit mitbringen. Es kann Stunden dauern, bis ein Motiv fertig ist.

Um nicht lange warten zu müssen, hatten viele Tattoo-Anhänger vorab einen Termin vereinbart. Karsten Gläser zum Beispiel ist aus der Nähe von Heidelberg angereist und lässt sich von Randy aus Zwickau mit der Nadel ein Abbild seiner Frau im Matrosen-Look auf den Oberarm malen.

Peter Röhn (50) aus Kassel wollte unbedingt ein Maori-Tattoo, das er sich für 200 Euro auf Hand und Unterarm stechen ließ. Die Haut ist danach rot und geschwollen. Tätowierer Gustave Teupoote aus Tahiti cremt sie mit Vaseline ein und verpackt den Arm mit Plastikfolie. „Es wird ein bisschen nässen“, sagt der Maschinenschlosser. „Das geht vorbei.“ Andere wie die Kasselerinnen Anna Levertz (20) und Simone Velte (33) sind auf der Suche nach einem Motiv und wollen sich erstmal inspirieren lassen.

Die Messe im Knast kommt gut an. „Hier ist es ein bisschen unheimlich und kuschelig zugleich“, sagt Jenny Lüters. Die aus Kassel stammende Schmuckhändlerin hat sich in einer Zelle eingerichtet. „Ich finde es toll.“

Von Ellen Schwaab

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