Oberleitungen müssen eisfrei gehalten werden

Hochsaison für die Eisbrecher-Tram

Funkenflug: Der KVG-Schienenpflegezug fährt die Oberleitung vor der alten Hauptpost an der Friedrich-Ebert-Straße frei. Foto: kvg

Kassel. Im Winter wird der Schienenpflegezug der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) zum Eisbrecher. Die umgebaute alte Straßenbahn ist derzeit fast im nächtlichen Dauereinsatz.

Der leuchtend orangefarben lackierte Triebwagen fährt zwischen ein und fünf Uhr nachts langsam auf dem rund 120 Kilometer langen Schienennetz in Stadt und Umland Kassel. Wegen des geringen Tempos kann nur nachts gearbeitet werden, wenn der Schienenverkehr ruht.

„Freifahren der Oberleitungen“ lautet der Arbeitsauftrag. Die 600-Volt-Fahrdrähte über den Trassen müssen blank sein von Raureif und Eis, damit die Straßenbahnen und Regiotrams konstant Strom ziehen können. Andernfalls würden die Schienenfahrzeuge stehen bleiben oder sich nur ruckelnd voranbewegen. Ungefähr wie auf einem Schiff bei hohem Seegang würden sich die Fahrgäste dann fühlen, heißt es bei der KVG.

Beim Freifahren der Stromleitungen knackt die auf dem Dach des Schienenpflegezuges befestigte Kohlenschleifleiste mit Kupfereinlagen mit einem Druck von zehn Kilogramm das Eis.

Besonders spektakulären Funkenflug gibt es dabei auf Tramstrecken mit hoher Luftfeuchtigkeit und starken Temperaturunterschieden wie zum Beispiel im Lossetal, aber auch im Druseltal sowie auf der Strecke durch die Ihringshäuser-Straße.

In jedem Winter legt der Schienenpflegezug als Eisbrecher im Tramnetz nach Angaben der KVG eine Distanz von annähernd 5000 Kilometern zurück. (ach)

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