Becken fangen Wasser auf

Hochwasserschutz  wird für 1,4 Millionen Euro verbessert

Niederzwehren. Zwei neue Rückhaltebecken am Keilsberg und nahe der Straße Wartekuppe am Niederzwehrener Friedhof sollen künftig für mehr Hochwasserschutz im Stadtteil sorgen.

Nach sehr starken Regengüssen oder rascher Schneeschmelze werden vor allem im Bereich Wartekuppe ganze Straßenzüge überflutet, Grundstücke überschwemmt und das Mauerwerk von Häusern durchnässt. Das sollen die beiden Rückhaltebecken im Verlauf des Eselsgrabens, der von Baunatal-Rengershausen kommt und beim Tränkeweg in den Grunnelbach mündet, künftig verhindern.

Der Kasseler Entwässerungsbetrieb (KEB) wird die beiden rund 1,4 Millionen Euro teuren Rückhaltebecken im kommenden Jahr bauen. Bereits in den nächsten Wochen sollen Gehölze zurückgeschnitten werden, um die Bauarbeiten vorzubereiten, die im Frühjahr 2011 beginnen werden. Bei den Rückhaltebecken handelt es sich um in die Landschaft integrierte Flutmulden, die am Keilsberg etwa 11.000 Kubikmeter und an der Straße Wartekuppe rund 3000 Kubikmeter Wasser aufnehmen können. Es werden also in Niederzwehren keine riesigen Betonwannen gebaut, wie sie andernorts als Regenüberlaufbecken verhindern sollen, dass die Abwasserkanäle überlaufen und für Überschwemmungen sorgen.

Das Land Hessen fördert den Bau der beiden naturnahen Rückhaltebecken mit 1,1 Millionen Euro. Nach Angaben von Ministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU), die gestern den Bewilligungsbescheid ins Kasseler Rathaus brachte, hat die Landesregierung in den vergangenen zehn Jahren 220 Millionen Euro für den Hochwasserschutz bereitgestellt. Auch der Bau der beiden Rückhaltebecken Keilsberg und Wartekuppe sei ein wichtiger Schritt zum Schutz der Stadtteilbewohner vor Hochwasser. Kassels Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) dankte für das Geld aus Wiesbaden.

Angesichts der sich abzeichnenden Klimaveränderungen komme den Hochwasserschutz, der zugleich auch Umweltschutz sei, immer mehr Bedeutung zu. Dass der Eselsgraben in früheren Jahren begradigt und verrohrt wurde, sei keine gute Lösung gewesen. Mit den neuen Erkenntnissen zur Fließgeschwindkeit werde jetzt auch eine teilweise Renaturierung des Bachlaufs angestrebt, sagt Kaiser.

Der KEB habe in den zurückliegenden zehn Jahren annähernd sieben Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert, sagt Betriebsleiter Jürgen Freymuth. Man habe schon viele Verbesserungen erreicht und verspreche auch in Niederzwehren eine zügige und fachgerechte Umsetzung der Pläne. De beiden Rückhaltebecken sollen zeitgleich gebaut werden, da die beim Becken Keilsberg abgetragenen Löß- und Lehmböden auch als Dammbaustoff für den Erddamm des Beckens Wartekuppe genutzt werden sollen. (nh)

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