Hochzeit mit Fullesegen: Erste Trauung auf Kasseler Fahrgastschiff

Kassel. Wenn das kein Glück bringt: Tina Steiner und Stephan Milli haben den Bund der Ehe sozusagen mit Fullewasser besiegelt. Am Samstag gaben sie sich als erstes Brautpaar auf der Fulda das Ja-Wort.

Standesbeamtin Vera Melzer traute die beiden auf dem Fahrgastschiff „Stadt Kassel“, das festlich mit weißen und roten Rosen geschmückt war. „Wir wollten etwas Ausgefallenes haben“, sagte der 31-jährige Bräutigam vor der Zeremonie. Da sie jedes Jahr beim Zisselumzug auf der Fulda dabei seien, habe sich eine Hochzeit auf dem Schiff angeboten.

„Und weil’s romantisch ist“, schwärmte die Braut. Die 28-Jährige trug ein langes, cremefarbenes Brautkleid. Standesbeamtin Vera Melzer, die schon an die 1000 Paare getraut hat, freute sich mit dem jungen Paar. Auch für sie war die Hochzeit auf dem Fluss eine Premiere, der sie ein wenig aufgeregt entgegen gesehen hatte. Dabei meisterte sie ihre Aufgaben souverän. Und das nicht nur, weil das Schiff der Personenschifffahrt Söllner für die Zeremonie am CSK 98-Gelände am Auedamm angelegt hatte und ganz sanft in den Wellen schaukelte. Dass die Fahrt nach dem Ablegen so kurz ausfiel, hatte seinen Grund. Schließlich musste die Trauung auf dem Gebiet der Stadt Kassel stattfinden.

Danach schipperte die Hochzeitsgesellschaft aber noch eine Stunde auf der Fulda. Kapitän Franz Smolinsky sorgte dafür, dass das Schiff dabei in ruhigem Fahrwasser blieb. Für ihn war es „eine Fahrt wie jede andere“, wie er bekannte. Für das Brautpaar und die Hochzeitsgesellschaft dagegen ein ganz besonderes Erlebnis. Dass aus der nordhessischen Hauswirtschafterin und dem schwäbischen Fliesenleger ein Paar wurde, dafür hatten deren Mütter gesorgt. Auch dabei spielte das Element Wasser eine Rolle.

Die lernten sich nämlich auf einer Kreuzfahrt auf dem Atlantik kennen und beschlossen, die beiden Singles zusammenbringen. Die Hochzeit von Marita und Brautvater Jürgen Schroeder, Bezirksschornsteinfeger aus Fuldatal, vor drei Jahren war dazu die passende Gelegenheit. „Manchmal muss man dem Schicksal einen Stoß geben“, sagte Sabine Milli, die Mutter des Bräutigams, und lächelte glücklich. (els)

Rubriklistenbild: © Lothar Koch

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