Kassel

Hochzeit – aber umweltfreundlich: Fotografinnen mit neuem Konzept

Himmelblau Fotografie: Marina Sturm (links) und Thijsiena Marx sind seit 2017 ein Team.
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Himmelblau Fotografie: Marina Sturm (links) und Thijsiena Marx sind seit 2017 ein Team.

Zwei Fotografinnen aus Kassel wollen mit einem neuen, umweltfreundlichen Hochzeitskonzept die Brautpaare zum Umdenken bewegen.

Kassel – Saatgutkonfetti statt bunte Folienschnipsel, Kräutertöpfchen als Gastgeschenke, Eheringe aus fair gehandeltem Gold und vielleicht eine vegane Hochzeitstorte: Die Möglichkeiten, eine Hochzeit nachhaltig und umweltfreundlich zu gestalten, sind vielfältig. Oft würden den Brautpaaren einfach nur die passenden Ideen fehlen, wissen die beiden Hochzeitsfotografinnen Marina Sturm und Thijsiena Marx aus Kassel.

Darum wollen sie diese Art des Heiratens – die Green Wedding – bekannter machen. Und sie wollen Braut und Bräutigam zum Nachdenken anregen, ihnen zeigen, wie sie den schönsten Tag im Leben schadstoffreduziert und naturverträglicher, aber trotzdem besonders, einzigartig und unvergesslich gestalten können.

Ihre erste gemeinsame Hochzeitssaison bestritten die beiden Fotografinnen mit „Himmelblau Fotografie“ 2017. Nachdem sie auf den ersten Feiern, die sie begleiteten, bergeweise entsorgte Geschenkfolie, in die Lüfte steigende Ballons, einzeln in Plastik verpackte Pralinen und jede Menge schnell verwelkende Schnittblumen gesehen hatten, dachten sich beide: „Das muss doch auch anders gehen.“

„Wir wollen unsere Brautpaare nicht belehren, sondern ihnen Alternativen näher bringen“, betont Thijsiena Marx. Und bisher sei dies bei Braut und Bräutigam immer gut angekommen. Die meisten Menschen würden einfach nicht darüber nachdenken, dass die Luftballons, die die Gäste als romantische Geste in die Luft steigen lassen, irgendwann auch wieder den Weg zurück zur Erde finden. Hier bleiben sie nicht nur als Müll liegen, der über Jahre hinweg nicht verrottet, sie stellen außerdem eine Gefahr für Vögel, Igel oder Meerestiere dar, die die Luftballons mit Nahrung verwechseln, sie fressen und nicht selten daran verenden.

„Wir treffen uns vor der Hochzeit mit unseren Brautpaaren, um uns gegenseitig kennenzulernen. Diese Gelegenheit nutzen wir, um ein Stück unserer eigenen Werte und Erfahrungen einfließen zu lassen, denn wir wollen voll und ganz hinter unserer Arbeit stehen,“ so Marina Sturm. Die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit seien in ihren Leben stark verankert, und gerade Hochzeiten böten eine Chance auf einen nicht zu unterschätzenden Dominoeffekt. „Die Gäste sehen etwas, finden es toll und nehmen die Idee mit, sie fangen an, ein Bewusstsein zu entwickeln und viele kleine Schritte bewirken insgesamt auch etwas Großes“, weiß Thijsiena Marx.

Wichtig sei vor allem aber auch, die Brautpaare daran zu erinnern, dass es ihr Tag ist. Denn viel zu oft würden Braut und Bräutigam anderen zu Liebe an alten Traditionen oder Konventionen festhalten. Eine Möglichkeit, Ressourcen und auch den eigenen Geldbeutel zu schonen: Die Gästeliste klein halten, selbst kreativ werden und vieles einfach selbst machen.(Von Wiebke Huck)

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