Nachholbedarf wegen der Pandemie

Hochzeitsmesse Bridal Days in Kassel: Mehr Paare schmieden Pläne für ihren großen Tag

Hochzeitsmesse Bridal Days 2021 im Kongress-Palais: Stand vom Hochzeits-Atelier aus Kassel
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Qual der Wahl: Am Messestand von Jennifer Keller (2. von links) schaut sich Franziska Kahnke einige Brautkleider an. Die Models Miriam Arend (links) und Angelika Feit (rechts) sind nur fürs Foto kurz maskenlos.

Nach vielen verschobenen Hochzeitsfeiern wegen der Pandemie war die Messe „Bridal Days“ im Kongress-Palais so gut besucht wie lange nicht. Aber es gibt auch Engpässe bei Fest-Dienstleistern.

Kassel – Unter Heiratswilligen scheint in den Pandemie-Monaten ein Nachfragestau aufgelaufen zu sein. Das zeigte sich am großen Publikumszuspruch bei der Messe „Bridal Days“ im Kongress-Palais. An rund 60 Ständen von Brautpaar-Ausstattern, Hochzeitsplanern, Back- und Deko-Anbietern, Stylisten, Fotografen, DJs und anderen Dienstleistern rund um die Hochzeit war so viel Betrieb wie lange nicht.

Junge Paare, die ihr großes Fest einstweilen verschoben hatten, trafen auf andere, die sich erst kürzlich fürs Jawort entschieden haben. Für Heiratspläne 2022 „sind die Möglichkeiten jetzt wieder da“, sagte Messe-Mitveranstalter Otto Martelleur. Dass neuerliche Lockdowns die Festpläne verhageln könnten, damit rechne niemand mehr. Allerdings: Die Auswahl an Feierorten werde infolge vieler Verschiebungen schon eng.

Hinzu kommt, dass auch etwa Brautmode-Anbieter die geläufigen Probleme spüren, die die Coronazeit mit sich bringt. Die Lieferzeiten für bestimmte Brautkleider können aktuell schon mal ein halbes Jahr betragen, berichtete Inhaberin Jennifer Keller vom Hochzeits-Atelier aus Kassel. Einige Hersteller würden Materialmangel vermelden, was zum Teil auch Preisaufschläge mit sich bringe.

Von ihren Kundinnnen hört Keller, dass viele Feiern in kleineren Gästekreisen geplant würden als noch vor Jahren. Das spiegele sich auch in den Brautkleider-Trends wider: Ein ausladender Prinzessinnen-Auftritt sei überwiegend out, statt dessen seien schlanke, schlichte, aber dennoch ausgefallene Schnitte gefragt – vorzugsweise im nostalgisch-hippiesken Boho-Stil.

Süßes für die Hochzeitstafel: Konditorin Veronika Mühlenberend (Manufaktur 210 Grad) lässt Florian Liesenfeld und Melissa Lehmann ihre Cake-Pops probieren.

Wer aktuell Hochzeitspläne schmiedet, sollte bei der Terminwahl etwas flexibel sein, rät Hochzeitsplanerin Sabine Blaschek. Es müsse nicht immer ein Samstag in den Sommermonaten sein – bei breiterer Suche ließen sich derzeit mehr Wünsche realisieren.

Da sind Johanna Betz und Hans Hänel allerdings schon festgelegt. Genau am 10.3. will das junge Paar aus Edertal heiraten, weil der 3.10. das Datum der entscheidenden Frage war – im Urlaub und „stilecht mit Kniefall“, wie die 29-jährige Braut in spe verriet. Vom Angebot der Hochzeitsmesse zeigten sich die Beiden höchst inspiriert. Eigentlich wollten sie ihren großen Tag weitgehend mit vorhandenen Mitteln bestreiten. „Aber das ändert sich glaube ich gerade“, meinte Johanna Betz. (Axel Schwarz)

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