Zustellfirmen erwarten Sendungsrekord

Höchste Zeit für Weihnachtspakete: Diese Fristen gelten bei Post und Paketdiensten

 Paket-Geschäfte beim Einkauf erledigen: Am Postagenturschalter im Rewe-Markt Tietz an der Heiligenröder Straße in Kassel bedient Vanessa Zülke die Postkundin Nancy Bednarz.
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Paket-Geschäfte beim Einkauf erledigen: Am Agenturschalter im Rewe-Markt Tietz an der Heiligenröder Straße bedient Vanessa Zülke die Postkundin Nancy Bednarz.

Wer sichergehen will, dass seine Weihnachtspost noch rechtzeitig ankommt, sollte Pakete und Briefe jetzt schnell auf den Weg bringen. Ein Blick auf die Lage in Kassel.

Kassel – Je mehr es auf Weihnachten zugeht, desto voller wird es an den Schaltern vieler Postfilialen und den Einlieferungsstellen anderer Paket-Transporteure. In den Verteilzentren und beim Zustellpersonal herrscht in diesen Tagen Hochbetrieb. Wer sichergehen will, dass seine Weihnachtspäckchen noch rechtzeitig zum Fest ankommen, sollte sie möglichst schnell auf den Weg bringen.

Die Deutsche Post DHL rät, solche Pakete bis spätestens Montag, 20. Dezember, einzuliefern. Auch der Branchenzweite Hermes nennt diesen Termin, die Paketdienste DPD und GLS wollen es bei Einlieferung bis Dienstagmittag nächster Woche rechtzeitig schaffen. All das gilt freilich nur für Inlandssendungen.

Etwas mehr Zeit kann man sich für briefliche Festtagsgrüße lassen, diese sollten bis Mittwoch, 22. Dezember, abgeschickt werden. „Das wird dann aber schon knapp“, sagt der regionale Post-Pressesprecher Thomas Kutsch.

Denn wie groß für jeden einzelnen Zusteller die Sendungsmenge wird, die auf den letzten Drücker in die Haushalte zu befördern ist, lasse sich nur annäherungsweise einschätzen. Bei der DHL-Zustellbasis Kassel im Güterverkehrszentrum (GVZ) werden laut Kutsch momentan täglich 15.000 Paketsendungen umgeschlagen, das ist das Anderthalbfache der üblichen Menge. Entsprechend mehr habe jedes Zustellfahrzeug auszuliefern, nämlich etwa 300 bis 350 Pakete pro Tag. Das ist nach Angaben des Post-Sprechers nur zu schaffen, indem Autos mit zwei Kräften besetzt oder Zustellgebiete enger gefasst werden.

Hier geht’s im Advent rund: Die DHL-Zustellbasis Kassel verarbeitet täglich 15 000 Pakete.

Zusätzlich zu den rund 100 Fahrern dort bringen 380 sogenannte Verbundzusteller, die mit ihren Elektrofahrzeugen Briefe ebenso wie Pakete dabei haben, im Stadtgebiet Weihnachtspost ins Haus.

Im Bereich der Brief- und Paketniederlassung Kassel sind für die Stoßzeit vor den Festtagen etwa 100 Kräfte zusätzlich angeheuert worden, sagt Kutsch. Die Planungen seien am außergewöhnlich starken Zustellgeschäft des vergangenen Advents orientiert. Der Post-Sprecher ist optimistisch, dass alles rechtzeitig ankommt: „Wir haben das letztes Jahr geschafft, und wir werden es auch diesmal schaffen.“

Es ist üblich in diesen Tagen im Advents-Endspurt, dass es an den Schaltern und vor den Eingangstüren von Postfilialen schon mal zu Wartezeiten kommen kann, weil viele jetzt ihre Weihnachtspäckchen auf den Weg bringen wollen. Beschwerden über Wartezeiten und Schlangen sind allerdings seltener als in Vorjahren zu hören – was vielleicht daran liegt, dass die Kunden durch allerlei Geduldsproben in den vergangenen Corona-Monaten etwas Gelassenheit eingeübt haben.

Am Postfilial-Schalter im Rewe-Markt Tietz an der Heiligenröder Straße ist die Atmosphäre jedenfalls freundlich und entspannt, obwohl sich dort immer neue Kunden mit ihren Päckchen und Weihnachtsbriefen einreihen. „Die Sendungsmenge steigt momentan jeden Tag weiter an“, berichtet Vanessa Zülke vom Post-Team des Supermarkts.

Sechs, sieben Rollcontainer voller Paketsendungen gehen dort im Tagesschnitt zwischen Obst-Auslage und Kassenbändern über den Tresen – nicht nur Weihnachtssendungen, sondern auch ein stark wachsender Teil Retouren von Online-Versendern, berichtet Zülke. Dass in Pandemiezeiten immer mehr Menschen im Internet bestellen, macht sich so auch in der analogen Einkaufsstätte bemerkbar.

Während die Paketflut etwa in der Kasseler DHL-Zustellbasis derzeit für hektische Betriebsamkeit sorgt und sich vor größeren Postfilialen Schlangen bilden, können Kunden ihre Sendungsgeschäfte in kleineren Paketshops und Postagenturen wie der im Rewe-Markt nahe der Eichwaldsiedlung relativ gelassen erledigen. Daher empfiehlt die Deutsche Post auch, in der Vorweihnachtszeit vorzugsweise auf solche Anbieter zurückzugreifen. „Wir haben inzwischen viele Alternativen geschaffen“, sagt Post-Pressesprecher Thomas Kutsch.

Dazu gehört nach seinen Worten auch ein dichtes Netz von rund um die Uhr verfügbaren DHL-Packstationen im Kasseler Stadtgebiet. Hier sei als 17. Standort kürzlich ein weiterer Automat mit 131 Fächern an der Ihringshäuser Straße 151 hinzugekommen. An den Packstationen ist auch die Einlieferung von Paketsendungen möglich.

Wo sich die nächste Postfiliale, der nächstgelegene Paketshop, eine Packstation oder ein Briefkasten befindet, kann man sich online auf der Seite postfinder.de anzeigen lassen. Dort steht etwa auch, wann Kästen geleert werden oder wie stark Packstationen gerade ausgelastet sind.

Viele Kunden wissen nicht, dass sie ihre Paketsendungen auch dem DHL-Paketzusteller mitgeben können. Dazu müssen nur die üblichen Voraussetzungen für eine Paketsendung erfüllt sein, also vorschriftsmäßige Verpackung und korrekte Frankierung. Falls die Absender keinen Drucker haben, druckt der Zusteller die Paketmarke mit QR-Code aus und nimmt die Sendung mit. Voraussetzung sei allerdings, dass genügend Platz im Fahrzeug ist, heißt es von der Deutschen Post. (Axel Schwarz)

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