Neue Bahnbrücke Christbuchenstraße ist am Wochenende fertig geworden

Hoffnung auf weniger Lärm

Das große Aufräumen: Nachdem die Arbeiter der Firma Sächsische Bau GmbH die neue Bahnbrücke in Kirchditmold an ihren Platz gebracht hatten, wurden die schweren Stahlträger, auf der das Betonbauwerk zuvor geruht hatte, abgebaut. Fotos:  Dilling

Kassel. „Das wird aber auch Zeit, dass die fertig werden!“, sagt Anwohner Michael Schalles und blickt am Samstagmorgen erleichtert zur Baustelle an der Bahnunterführung der Christbuchenstraße im Stadtteil Kirchditmold, wo die Bauarbeiter gerade die schwere Stahlkonstruktion abmontieren, auf der die neue Brücke der Regiotram zu ihrem endgültigen Standort am Haltepunkt Kirchditmold gezogen worden ist.

Seit heute Morgen rollen wieder die ersten Züge über das 200 Tonnen schwere Stahlbetonbauwerk, das eine 100 Jahre alte, marode Brücke ersetzt. Damit der Neubau am Wochenende in Position gebracht werden konnte, musste auch der Regiotram-Verkehr auf der Strecke zeitweise ruhen.

Ende August, wenn die Bürgersteige beidseits der Unterführung ebenfalls fertiggestellt sind, werde auch die Christbuchenstraße wieder komplett für den Verkehr freigegeben, kündigt Bauleiter Reinhold Krey an.

Balkon war tabu

Damit wächst die Hoffnung von Schalles und weiteren Anliegern der Großbaustelle, dass die nun schon über ein halbes Jahr währende, mit Lärm und Dreck verbundene Leidenszeit der Anwohner endlich zu Ende geht. Seinen Balkon habe er in den vergangenen Monaten nicht benutzen können, an Schlaf sei wegen der nächtlichen Arbeiten häufig nicht zu denken gewesen, erzählt Schalles und fügt hinzu: „Einmal pro Woche Fenster putzen ist Pflicht.“

Auch die Nerven von Karl-Heinz Abe, der direkt neben der Baustelle wohnt, wurden auf eine harte Probe gestellt. Vor allem die Rammarbeiten, als die Stahlträger für die neuen Widerlager der Brücke in die Erde gestoßen wurden, seien sehr laut gewesen.

Vor der Inbetriebnahme der neuen Brücke wurde die Geduld der Anwohner noch einmal hart strapaziert. In der Nacht zum vergangenen Freitag trennten die Bauarbeiter Schienen durch. „An Schlaf ist hier nicht zu denken“, mailte der Arzt Dr. Adrian Kleemann erbost an die HNA. Da die Bauarbeiter schneller vorankamen als gedacht, herrschte immerhin ab dem späten Samstagabend Ruhe. Dafür ging es am Sonntagmorgen gleich wieder los, bis in die Nacht. Schienen wurden verschweißt, das Schotterbett mit schweren Maschinen gestopft.

Und die Straße?

Karl-Heinz Abe sieht bei allem Ärger ein, dass die Arbeiten an dem „Monster“, wie er sagt, sein müssen. 2008, beim Bau des neuen Regiotram-Haltepunkts Kirchditmold, hatte sich bei Kernbohrungen herausgestellt, dass das alte Brückengewölbe über die Christbuchenstraße bröselig war. Abe hat jedoch Sorge, dass den Anwohnern der Christbuchenstraße neben Lärm und Dreck noch eine weitere Rechnung präsentiert werden könnte: Die Straße sei inzwischen so kaputt, dass sie demnächst saniert werden müsse. Die Kosten dürften aber nicht den Anliegern aufgebürdet werden. Denn schließlich hätten die tonnenschweren Baufahrzeuge die meisten Schäden angerichtet. (pdi)

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