Nur 22 Schüler in Klasse 5

Joseph-von-Eichendorff-Schule wird wohl dichtmachen

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Machen sich für ihre Schule stark: Mit Plakaten und Gesängen demonstrierten Schüler, Lehrer und Eltern vor dem Sitzungszimmer des Schulausschusses im Rathaus. Auch bei der Stadtverordnetensitzung am Montag waren sie schon mit dabei.

Kassel. In dieser Woche hat die Stadt Kassel den offiziellen Erlass des Hessischen Kultusministeriums erhalten. In diesem wird der Joseph-von-Eichendorff-Schule keine Sondergenehmigung für eine Umwandlung in eine Integrierte Gesamtschule mit einem besonderen Integrationskonzept erteilt.

Es gab die Hoffnung, dass die Schule als Pilotprojekt trotz geringer Schülerzahlen vorerst überleben könnte. Die Joseph-von-Eichendorff-Schule wird nun voraussichtlich innerhalb von vier Jahren auslaufen. Die Stadt werde, um die Frist zu wahren, formal Widerspruch gegen diesen Erlass einlegen, kündigte Schuldezernentin Anne Janz während der städtischen Schulausschusssitzung am Mittwochabend an. Der Entwurf sei ihr im Januar ausdrücklich nur zur internen Verwendung zugestellt worden. „Hätten wir damals schon gesagt, was in dem Entwurf steht, hätte das gravierende Auswirkungen auf die Einwahlzahlen gehabt“, sagte Janz. Mit Oberbürgermeister Bertram Hilgen habe sie sich im vergangenen Jahr in Wiesbaden persönlich für die Schule eingesetzt, antwortete sie auf kritische Nachfragen von CDU und FDP.

Mit großer Mehrheit beauftragten die Ausschussmitglieder den Magistrat, rechtliche Schritte gegen den Erlass zu prüfen, ebenso wie Alternativlösungen wie einen Verbund mit Landkreisschulen.

Aufgabe nicht erfüllt

Das Ministerium mahnt in dem Erlass an, die Stadt habe ihre planerische Aufgabe nicht erfüllt. Auflage seitens des Landes sei es, eine der drei Gesamtschulen, Hegelsbergschule (72 Anmeldungen für die 5. Klasse), Carl-Schomburg-Schule (87 Anmeldungen) oder die Joseph-von-Eichendorff-Schule, zu schließen.

An der Schule in Bettenhausen werden nur 22 Schüler die neue 5. Klasse besuchen. Zu wenig, um in zwei Jahren einen Gymnasial-, Haupt- und Realschulzweig zu bilden, betont der Sprecher des Kultusministeriums, Christian Henkes: „Das Problem wurde über Jahre nicht angepackt. Jetzt ist es an der Zeit, damit verantwortungsvoll umzugehen.“ Und der Schulentwicklungsplan sei ureigenste Aufgabe der Stadt als Schulträger. (hei)

In der gedruckten Ausgabe lesen Sie außerdem: "Schule wird nicht sofort geschlossen - Interview mit Stadträtin Anne Janz".

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