Mieterbund Nordhessen: Beratungsbedarf von Mietern steigt

Ingo Groß

Kassel. Dauerbrenner Nebenkosten: 2011 wurden die Berater des Mieterbundes Nordhessen 3500-mal zu Rate gezogen, um die jährlichen Heiz- und Nebenkostenabrechnungen zu klären. Das waren 30 Prozent aller Beratungen und 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Für den Mieterbund sind diese Zahlen nicht verwunderlich: Schließlich stiegen die Nebenkosten von Jahr zu Jahr und erreichten immer mehr den Charakter einer zweiten Miete. Ein Ende dieser Entwicklung sei nicht abzusehen.

Insgesamt hat der Mieterbund im vergangenen Jahr 13 000 Mieter beraten, 4,1 Prozent mehr als 2010. Nach Auskunft von Geschäftsführer Ingo Groß sind die Hälfte aller Heiz- und Nebenkostenabrechnungen fehlerhaft oder erläuterungsbedürftig. So würden in den Abrechnungen immer wieder Sammelpositionen aufgeführt, bei denen für den Mieter nicht erkennbar sei, was sich dahinter verberge. Insbesondere bei Großvermietern wie der Deutschen Annington oder der Gagfah fehle es häufig an Transparenz. Hier könnten meistens nur Spezialisten wie die Berater des Mieterbundes Licht ins Dunkel bringen.

Groß rät Mietern, die Heiz- und Nebenkostenabrechnungen genau zu überprüfen. Sollten diese den Anforderungen einer geordneten Zusammenstellung der Gesamtkosten mit Angabe und Erläuterung der zugrunde gelegten Verteilerschlüssel nicht entsprechen, sollten Mieter die Abrechnung zurückweisen.

Wohnungsmängel machten den Mietern ebenfalls zunehmend zu schaffen. Auch dabei fielen gerade die Großvermieter auf, die sich nach Personalabbau unwillig zeigten, Mängelanzeigen der Mieter wegen undichter Fenster oder Schimmel nachzugehen. Würden solche Mängel umgehend angezeigt, müsse der Vermieter für eine Instandsetzung sorgen. Mehr als 2600-mal seien die Berater des Mieterbundes deswegen in Anspruch genommen worden. (els)

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