Absperrung im Auestadion wurde auf Veranlassung des DFB um 1,20 Meter erhöht

Nordkurve: Absperrung im Auestadion auf Veranlassung des DFB erhöht

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Der Stammplatz der Ultras blieb am Freitag leer: Die KSV-Fans, die üblicherweise in der Nordkurve mit ihren Gesängen für Stimmung sorgen, waren aus Protest gegen den erhöhten Zaun auf die Nordtribüne umgezogen.

Kassel. Der erhöhte Zaun vor der Nordkurve des Auestadions hat beim letzten Heimspiel am Freitag für Verwirrung und Verärgerung bei so manchem Fan gesorgt. Die Fangruppe der Ultras zog kurzerhand auf die Nordtribüne um.

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„Mit dem Zaun kommt man sich vor wie in einem Käfig. Die Sicht wird dadurch auch eingeschränkt“, fasst KSV-Fanbeauftragter Markus Lämmer die Kritik der Löwen-Anhänger zusammen. Zunächst war auch unklar, wer die Erhöhung des Zaunes veranlasst hat.

„Das ist eine Sicherheitsvorschrift des Deutschen Fußball-Bundes“, erklärte Dr. Andrea Fröhlich, Leiterin des städtischen Sportamtes, am Montag. Bereits im vergangenen Jahr habe die Stadt mit dem DFB vereinbart, dass der Zaun um über einen Meter erhöht werden muss. Grund dafür sei, dass die untersten Wellenbrecher in den Stehblöcken ansonsten als Aufstieghilfe genutzt werden könnten, um über den Zaun auf das Spielfeld zu gelangen. Die Wellenbrecher dienen als Schutz, dass der Druck unter den Zuschauern bei vollen Rängen nicht zu groß wird. Die Stadt habe nach dem U-21-Länderspiel veranlasst, dass der Zaun erhöht wird. „Das muss auch so bleiben“, sagt Fröhlich.

Ob das den Ultras nun gefällt oder nicht - beim Pokalspiel gegen Offenbach am morgigen Mittwoch dürfen sie nicht mehr auf der Nordtribüne Platz nehmen. „Die Ultras müssen wieder in die Nordkurve“, sagt Polizeidirektor Uwe Papenfuß. Das Hessen-Derby wird von der Polizei als Risiko-Spiel eingestuft. Papenfuß, Polizeiführer des Einsatzes, rechnet mit bis zu 7000 Zuschauern, der KSV Hessen Kassel hofft sogar auf 10 000 Besucher.

Aus Offenbach würden 300 bis 600 Fans erwartet, sagt Papenfuß, darunter könnten 60 bis 80 sogenannte Risikofans sein. Auf Kasseler Seite rechnet die Polizei mit 100 Risikofans (Hooligans und Teile der Ultras). „Es ist wichtig zu verhindern, dass die Risikofans aufs Spielfeld gelangen“, sagt Papenfuß. Daher seien die neuen Zäune von Vorteil. „Wir sind aber gut aufgestellt.“ Die Polizei setzt bei dem Einsatz auf die konsequente Trennung der Fangruppen. Deshalb werde der Durchgang zwischen Eissporthalle und Auestadion wieder gesperrt, um ein Aufeinandertreffen der rivalisierenden Gruppen zu unterbinden. Die Offenbach-Fans gelangen nur über den Parkplatz Süd ins Stadion.

Der Großraumparkplatz zwischen Eissporthalle und Damaschkestraße wird nur für Einsatzfahrzeuge und Inhaber von VIP-Karten frei sein. Behindertenparkplätze werden ersatzweise im Bereich der Menzelstraße in der Nähe der Eingänge zur Nord- und Osttribüne eingerichtet. Der Parkplatz an den Giesewiesen steht zudem zur Verfügung.

Polizeidirektor Papenfuß rechnet weniger damit, dass es während des Spiels zu Auseinandersetzungen zwischen den Risikofans kommt. Die Gefahr vor und nach dem Derby schätzt die Polizei als höher ein.

Das Spiel wird übrigens erst um 19 Uhr - nicht wie ursprünglich geplant um 18.30 Uhr - angepfiffen. Die Polizei empfiehlt, mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Auestadion zu kommen.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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