Auch nach Ausbau zahlt die Stadt 1,3 Mio. Euro im Jahr für Betrieb der Stadthalle

Kasseler Stadthalle: Die hohen Kosten bleiben

Ausbau fürs Geschäft: Unter einem Plastikzelt wächst der Anbau an die Stadthalle. Der Neubau soll das Veranstaltungs- und Tagungszentrum im Kasseler Westen sichern und mehr Geld bringen. Foto: Koch

Kassel. Das Kongress Palais - Stadthalle brummt. Dennoch reichen die Einnahmen bei Weitem nicht aus, um die Kosten zu decken. Die Stadthalle bleibt ein Zuschussgeschäft. Jahr für Jahr zahlt die Stadt 1,3 Millionen Euro an die Tagungszentrum Stadthalle Kassel (TSK) GmbH, deren alleiniger Gesellschafter sie ist.

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Doch selbst mit dem städtischen Zuschuss und mit der Pacht von Kassel Marketing können die laufenden Kosten nicht gedeckt werden. Der sechs Millionen Euro teure Anbau und weitere Investitionen sollen dies langfristig ändern.

Für 2010 erwartet die TSK einen Fehlbetrag von 327 000 Euro. Dies geht aus dem im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschluss der GmbH für 2009 hervor. Danach stehen den Einnahmen aus der Pacht in Höhe von 289 000 Euro Aufwendungen von 1,9 Millionen Euro gegenüber. Abzüglich des städtischen Zuschusses von 1,3 Millionen Euro fehlen immer noch über 300 000 Euro. TSK-Geschäftsführer Peter Ley bestätigte diese Zahlen auf Anfrage. Zwar sei der Jahresabschluss 2010 noch nicht erstellt, doch würden die Zahlen durch Hochrechnungen bestätigt.

2003 lag der Fehlbetrag, den die TSK über Kredite ausgleichen muss, laut Ley noch bei etwa 800 000 Euro. Langfristig will man keine roten Zahlen mehr schreiben. Das Gebäude, das zurzeit im Konzertgarten entsteht, soll zu einer besseren Vermarktung und damit zu Mehreinnahmen führen. „Der Anbau ist ein Meilenstein für die künftige Vermarktung des Kongress Palais“, sagt Ley. Mit Kassel Marketing sei dafür eine jährliche Pacht von 350 000 Euro vereinbart worden. Der Zuschussbedarf, den die Stadt deckt, bleibe aber gleich. Instandhaltungs- und Sanierungskosten für das historische Stadthallengebäude seien hoch. Ley verweist auf die alte Bausubstanz, Ausgaben für die technische Ausstattung wie Ton- und Bühnentechnik sowie die energetische Gebäudesanierung, für die man mit einem Umweltpreis ausgezeichnet wurde. Kassel stehe mit den hohen Unterhaltungskosten nicht allein da. „Es gibt in ganz Europa kein öffentliches Veranstaltungsgebäude, das auch nur annähernd kostendeckend arbeitet“, sagt Ley.

Die TSK drücken zudem über 18 Millionen Euro Altschulden, die laut Ley auf die Generalsanierung der Stadthalle 1996 zurückzuführen sind. Wenn der Anbau fertig ist, stehen weitere Investitionen in den Altbestand an. „Wenn wir weiter in der ersten Liga mitspielen wollen, müssen wir mit dem technischen Fortschritt mithalten“, sagt Ley. ARTIKEL UNTEN

Von Ellen Schwaab

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