Regeln sorgen für Herausforderungen

Corona in Altenheimen: Hoher Aufwand bei Besuchen

Wilhelm und Anna Finger im Awo-Altenzentrum Käthe-Richter-Haus.
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Mit Mund-Nasen-Schutz und Abstand zueinander: Wilhelm und Anna Finger im Awo-Altenzentrum Käthe-Richter-Haus.

Monatelang waren persönliche Besuche in Altenheimen aufgrund des Coronavirus stark eingeschränkt. Jetzt gibt es weitere Lockerungen. Und das stellt die Einrichtungen vor große Herausforderungen.

Kassel - Termine vereinbaren, Kontaktdaten sammeln, Räumlichkeiten desinfizieren: Kündigt sich in Alten- und Pflegeheimen in Coronazeiten Besuch an, stellt das die Mitarbeiter der Einrichtungen vor einen hohen organisatorischen Aufwand.

Ein Grund für die hohe Belastung: Das Land Hessen hat die Besuchsbeschränkungen in Alten- und Pflegeheimen gelockert, verbindliche Vorgaben zu Dauer und Anzahl der Besuche gibt es nun nicht mehr. Stattdessen stehen die Heime mit ihren Hygienekonzepten in der Verantwortung – auch in Kassel.

Corona in Altenheimen: So gehen Kasseler Einrichtungen mit den Lockerungen um

Im evangelischen Altenhilfezentrum Stiftsheim geht nichts ohne vorherige Anmeldung. Einfach mal spontan zu Besuch vorbeikommen? Das funktioniert dort nicht. „Wir müssen kontrollieren und sicherstellen, dass nicht zu viele Angehörige auf einmal im Haus sind“, sagt Einrichtungsleiterin Charlotte Bellin.

Besonders vor den Aufzügen komme es schnell zu Staus, Abstandsregeln seien dann nicht mehr einzuhalten. Deshalb gilt: Besuchszeiten sind festgelegt, Treffen werden von Mitarbeitern begleitet. „Viele Angehörige verhalten sich einsichtig“, sagt Bellin. Aber: Natürlich gebe es auch Angehörige, die das Konzept nicht akzeptieren. „Wir stehen enorm unter Anspannung, um allen Anforderungen gerecht zu werden“, sagt Bellin.

Corona in Altenheimen: Besuchsbegleiter und ständige Desinfektion

Auch bei der Awo sind Besuche deshalb vorab anzumelden. Angehörige werden dort zunächst von Besuchsbegleitern empfangen. Sie nehmen Kontaktdaten auf und sorgen für Handdesinfektion und Mundschutz, ehe sie die Angehörigen auf die Zimmer der Bewohner oder in eigens hergerichtete Besuchsräume führen. Für diese Regelung gebe es viel Verständnis, bestätigt Awo-Sprecherin Sigrid Wieder.

In der Seniorenresidenz Augustinum ist hingegen keine vorherige Anmeldung nötig, eine Registrierung am Eingang reicht aus. Die Einrichtung setzt auf einen engen Austausch mit Bewohnern und Angehörigen. „Wir besprechen gemeinsam, was zurzeit sinnvoll ist“, sagt Direktor Ludwig-Christian Graf zu Solms-Laubach. Wichtig sei es, weiter sicher zusammenzuleben. (Pascal Spindler)

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