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Stadt Kassel will Parkhäuser bald wieder selbst betreiben: GWGpro prüft Entwicklung

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Von: Axel Schwarz

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Dringender Sanierungsbedarf: Im Parkhaus Garde-du-Corps an der Fünffensterstraße hat die Stadt nach dem Betreiberwechsel die oberen beiden Etagen wegen baulicher Mängel vorerst absperren lassen.
Dringender Sanierungsbedarf: Im Parkhaus Garde-du-Corps an der Fünffensterstraße hat die Stadt nach dem Betreiberwechsel die oberen beiden Etagen wegen baulicher Mängel vorerst absperren lassen. © Axel Schwarz

Die Stadt Kassel will ihre Parkhäuser mittelfristig in eigener Regie betreiben. Zunächst soll der Sanierungsbedarf ermittelt und dann zügig modernisiert werden.

Kassel – Nachdem die Stadt Kassel drei Parkhäuser mit dem Jahreswechsel an einen neuen Betreiber verpachtet hat, hat Oberbürgermeister Christian Geselle zügige Entscheidungen zur Sanierung der teils maroden Parkbauten angekündigt. Die Federführung soll dabei nach seinen Angaben der städtische Eigenbetrieb GWGpro übernehmen.

„Wir müssen und wollen schnell handeln, um die Objekte in Schuss zu halten und weiterhin eine komfortable und sichere Nutzung zu ermöglichen“, sagte Geselle: „Da ist in der Vergangenheit einiges aufgelaufen.“ Vor allem das Parkhaus Garde-du-Corps an der Fünffensterstraße ist über die Jahre zum Schandfleck geworden; schon länger gibt es Überlegungen, dort völlig neu zu bauen. Aber erheblichen Sanierungsbedarf gibt es auch an den anderen Standorten.

Stadt Kassel will Parkhäuser selbst betreiben: GWGpro soll Entwicklung prüfen

Nun soll die GWGpro Schwung in die Sache bringen, indem sie den erforderlichen Sanierungsumfang feststellt, bauliche Entwicklungsmöglichkeiten prüft und deren „schnelle Umsetzung“ plant, so der Oberbürgermeister. Zeitliche Zielmarken nannte die Stadt auf Nachfrage nicht.

Die Projektentwicklungs-Tochter der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWG hat seit ihrer Gründung Ende 2018 eine wachsende Zahl von Aufgaben zu schultern: In den nächsten fünf Jahren soll sie sieben Schulgebäude sanieren oder neu bauen. Hinzu kommen eine Feuerwache, ein Polizeirevier, eine Kita, eine Eissport-Trainingshalle und nun aktuell auch noch die Parkhäuser.

In zweien davon sind nach Angaben der Stadt mit dem Betreiberwechsel erste Sofortmaßnahmen vorgenommen worden. Nach einer Grundreinigung und der Beseitigung von Brandschutzmängeln werde das Parkhaus Oberste Gasse nach einigen Schließungstagen Ende der Woche wieder benutzbar sein, sagte ein Rathaussprecher. Im Parkhaus an der Fünffensterstraße habe man die oberen beiden Parkdecks bis auf Weiteres sperren müssen, „da diese sich nicht mehr in einwandfreiem Zustand befinden“.

Parkhäuser in Eigenregie: Stadt Kassel hat vor kurzem noch Betreibervertrag mit SVG geschlossen

Die Bewirtschaftung dieser beiden Anlagen sowie eines dritten Parkhauses an der Jägerstraße lief bis zum Jahresende unter der Geschäftsführung der Jochinger Bauconsulting und Projektmanagement. Zwar wurde ein neuer Betreibervertrag mit der Würzburger Stadtverkehrs-GmbH (SVG), einem der größten deutschen Parkdienstleister, abgeschlossen. Doch mittelfristig will die Stadt Kassel nach Geselles Worten den Betrieb ihrer Parkhäuser offenbar komplett in die eigenen Hände nehmen.

Das Thema Parken sei ein wichtiger Baustein eines zukunftsgerichteten Mobilitätskonzepts, bei dem Parkhäuser verstärkt als Umstiegs-Drehscheibe etwa für den ÖPNV fungieren. „In der Entwicklung der KVG zu einem modernen Mobilitätsdienstleister wird daher mittelfristig auch das Thema Parken eine wichtige Rolle spielen“, sagte Geselle. Der jetzt berufene neue Betreiber werde benötigt, „bis es soweit ist“. (Axel Schwarz)

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