Ungewohnte Technik birgt laut Polizei und Fahrradclub Gefahren

E-Bikes: Hohes Unfallrisiko für ältere Radler

Immer mehr Radler in Nordhessen - vor allem ältere - legen sich ein Fahrrad mit Elektro-Unterstützung zu. Doch die flotten Pedelecs bergen ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko.

Und das vor allem für ungeübte Wiedereinsteiger, warnen Polizei und Verkehrsclubs.

Der Anteil der Elektroräder am gesamten Fahrradmarkt wächst rasant. Doch weit dramatischer steigt die Zahl schwerer Verkehrsunfälle, an denen Pedelecs beteiligt sind. Laut Verkehrsunfallstatistik der hessischen Polizei sind 2014 landesweit 101  Menschen mit so einem Elektrorad verunglückt - 55 Prozent mehr als im Jahr zuvor (65 Personen). Ein Pedelec-Fahrer kam ums Leben, 27 wurden schwer und 73 leicht verletzt. Im gleichen Zeitraum hatten Unfälle mit Fahrrädern ohne Elektromotor um lediglich 14 Prozent zugenommen.

Die Entwicklung spiegelt die stark wachsende Verbreitung von Elektrorädern wider. Jedes achte Fahrrad wird laut Branchenverbänden inzwischen mit zusätzlichem E-Antrieb gekauft, mehr als 1,2 Millionen von ihnen waren bereits Anfang 2014 auf Deutschlands Straßen unterwegs.

Besonders Radler im reiferen Alter greifen gern zum Pedelec - so heißen E-Bikes, die ohne Nummernschild gefahren werden dürfen und bis zu 25 Stundenkilometer schnell sind. Der Kasseler Kreisverband des Fahrradclubs ADFC sieht ein Risiko darin, dass vor allem viele Senioren ohne Fahrpraxis und nach längerer Radfahr-Abstinenz direkt aufs Pedelec steigen. Der unerwartete Zugriff des Elektroantriebs, Ungeübtheit und falsches Bremsverhalten aus einem höherem Durchschnittstempo heraus führten dann schnell zu Unfällen.

Die Zahlen der Polizei bestätigen, dass vor allem Elektro-Radler im Ruhestandsalter einem besonders hohen Unfallrisiko unterliegen. Der ADFC-Kreisverband bietet verschiedene Fahrtechnik- und -sicherheitstrainings an, bei denen man sich fit für den Umstieg aufs Elektro-Fahrrad machen kann.

Rubriklistenbild: © dpa

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