Mitarbeiter der GNH können für 2011 mit einer Rückzahlung rechnen

Gesundheit Nordhessen Holding legt weiter zu

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250-Betten-Haus: Im Dezember vergangenen Jahres zogen die Kinderkliniken und die Frauenklinik des Kasseler Klinikums in den Neubau an der Mönchebergstraße ein.

Kassel. Auch 2011 schrieb die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) schwarze Zahlen. Die Mitarbeiter, die im Rahmen des Zukunftssicherungsvertrages Gehaltseinbußen von sechs Prozent hinnehmen mussten, können also wieder mit einer Rückzahlung des Großteils der einbehaltenen Löhne und Gehälter rechnen.

„Wir können stolz sein auf das, was wir erreicht haben“, sagte GNH-Chef Dr. Gerhard M. Sontheimer beim Gesundheitsforum der GNH am Mittwochabend im Gebäude von Eon Mitte.

Anfang des vergangenen Jahres, als der Operationsbetrieb des Klinikums aufgrund beanstandeter Operationsbestecke und der Schließung der Sterilisationsabteilung zwei Wochen fast stillstand, sei dieses positive Ergebnis nicht zu erwarten gewesen. Sontheimer befürchtete damals Umsatzeinbußen von mehreren Millionen Euro. Diesen Verlust habe man wieder aufgeholt, sagte Sontheimer und dankte allen Mitarbeitern für ihren „außerordentlichen Einsatz“. Schließlich schaffte das Haus auf dem Möncheberg mit der Fertigstellung des neuen Zentrums für Frauen- und Kindermedizin auch einen wichtigen Meilenstein.

Insgesamt habe die GNH einen Umsatz von rund 320 Millionen Euro gemacht, rechnete Sontheimer vor. 2008 hatte die GNH zuletzt rote Zahlen geschrieben. Im Jahr 2010 erzielte man einen Gewinn von 4,83 Millionen Euro.

Die GNH ist einer der größten Arbeitgeber in der Region und beschäftigt über 4700 Mitarbeiter. Dazu gehören neben dem Klinikum die Kreiskliniken in Hofgeismar, Wolfhagen und Helmarshausen, das Krankenhaus Bad Arolsen sowie Reha-Einrichtungen und Seniorenheime.

Zukunft wird schwierig

Für kommunale und gemeinnützige Krankenhäuser wird es in Zukunft aber immer schwieriger werden, am Markt zu bestehen. Das sagte Prof. Dr. Ludwig Georg Braun, Aufsichtsratsvorsitzender der B.Braun Melsungen AG. Er glaube aber auch, dass bei allen öffentlichen Krankenhäusern deutliche Ergebnisverbesserungen möglich seien. Die Politik sollte sich zurückziehen und zurücknehmen und mehr Verantwortung an die Krankenhausmanager abgeben, sagte Braun. Auch sei es nötig, neue Verbundstrukturen und Vernetzungen zu schaffen und größere Einheiten zusammenzufassen. „Sonst wird man an Substanz verlieren“, mahnte er.

Für Klinikum-Geschäftsführer Sontheimer ist das Wasser auf seine Mühlen. Schließlich gebe es wegen der Rahmenbedingungen für die kommunalen Krankenhäuser nur einen Teilwettbewerb. Auch eine Überregulierung mache den Krankenhäusern das Leben schwer. Beispielsweise in Bezug auf das Leistungsspektrum der Krankenhäuser „müsste man mehr Freiheiten zulassen“, appellierte der Holding-Chef. Archivfotos:  nh

Von Martina Heise-Thonicke

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