Protestzug der IG Metall:

Protestzug der IG Metall: Holländische Straße wegen Demo gesperrt

Kassel. 2000 Beschäftigte haben am Montagmorgen in Kassel für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Organisator des Protestzuges war die Gewerkschaft IG Metall. Insgesamt vier Demonstrationszüge bewegten sich durch die Stadt und trafen sich an der Holländischen Straße/Ecke Wiener Straße.

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Gut 2000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie haben am Montagmorgen mit einem Sternmarsch und einer Warnstreikkundgebung an der Holländischen Straße in Kassel ihren Forderungen zur laufenden Tarifrunde lautstark Nachdruck verliehen.

Dabei machten die Redner die Kampfbereitschaft der IG Metall deutlich: Sollte in der vierten Verhandlungsrunde am Dienstag kein Abschluss erreicht werden, könnte es erstmals seit elf Jahren zu einem flächendeckenden, unbefristeten Streik der Metaller kommen.

Die Gewerkschaft fordert 5,5 Prozent mehr Einkommen für die Beschäftigten der Branche. Was die Arbeitgeber bisher angeboten haben, kommentierte die Warnstreikdelegation des Wehrtechnikproduzenten Rheinmetall auf einem Transparent so: „2,3 Prozent sind nicht okay – das ist ja wie bei Ebay.“

Oliver Dietzel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Nordhessen, warf den Verhandlungsführern der Arbeitgeberseite eine Hinhaltetaktik vor und warnte sie davor, die Entschlossenheit der Metaller zu unterschätzen:

Es drohe „ein Konflikt, wie ihn dieses Land seit Jahren nicht mehr gesehen hat“. Bei 50 Milliarden Euro Gewinn, den die Branche im Vorjahr erwirtschaftet habe, müsse ein angemessener Anteil für die Mitarbeiter drin sein.

Für den Fall, dass die Gespräche kurzfristig scheitern sollten, werde die Gewerkschaft über Pfingsten zur Urabstimmung für einen unbefristeten Arbeitskampf aufrufen. Einen Vorgeschmack gab Dietzel mit der Aufforderung an die Teilnehmer, nach Abschluss der Kundgebung gegen 10.30 Uhr nicht wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren.

Mit demonstrativem Applaus wurden auch weitere Redebeiträge quittiert. Wenn sich die Arbeitgeber nicht bewegten, „werden eben wir für Bewegung sorgen“, sagte Benjamin Heinicke, Vize-Betriebsratsvorsitzender von Alstom Grid.

„Wir sind kampfbereit“, feuerte Stefan Pilz vom IG-Metall-Vertrauenskörper des Daimler-Achsenwerks die Kundgebungsteilnehmer lauthals an.

Ab 9.15 Uhr hatten sich die Warnstreikenden zu vier Demonstrationszügen formiert. Sie starteten bei Krauss-Maffei Wegmann an der Mombachbrücke, beim Daimler-Achsenwerk auf dem Rothenberg sowie vom Industriegelände Mittelfeld, wo sich Beschäftigte von Bombardier, Rheinmetall sowie weiterer Unternehmen beteiligten.

Aus dem Kasseler Osten wurden Mitarbeiter der Firmen Alstom und Gebr. Bode zum Kundgebungsort an der Ecke Holländische und Wiener Straße gebracht. Für etwa eine Stunde sperrte die Polizei den Verkehr stadteinwärts auf der Holländischen Straße bis zur diesem Bereich sowie auf der unteren Wiener Straße. Dort kam es im KreuzungsbereichStruthbachweg zu zeitweisen Behinderungen.

Holländische Straße wegen Demo der IG Metall gesperrt

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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