Auf Holz zur Bestzeit

Kasseler Bastler fahren auf ihrer Rennbahn Carrera-Modellen davon

Fahren mit ihren Miniaturautos auf Holz: Fred König (von links), Jörg Wilde und Wolfgang Landgrebe neben ihrer 28,5 Meter langen Rennstrecke Foto: Zgoll

Kassel. Die Rennwegen stehen bereits in Position, die Ampelanzeige an der Startlinie schaltet sich ein und die Finger sind an den Abzügen. Carrerabahnen entfachen in mehreren Generationen das Rennfieber.

Doch drei hartgesottenen Anhängern aus Nordhessen reichen die gewöhnlichen Plastikbahnen und Serienautos von Carrera nicht. Wolfgang Landgrebe, Jörg Wilde und Fred König haben in einem Gewerbegebäude in Bettenhausen ein Mekka für Carrerabahnfans errichtet. Für die Hobbyschrauber macht ihre Holzbahn den Unterschied.

„Wir haben die Rennstrecke aus Holz gebaut, weil sie deutlich mehr Geschwindigkeit und Bastelmöglichkeiten bietet“, sagt Jörg Wilde (44). Auf Holzstrecken sei die Bodenhaftung der Modelle deutlich besser als auf Plastik. „Die Bahnen und Autos von Carrera sind was für Zuhause, wir machen das professioneller“, sagt der Fernmeldetechniker aus Kassel. Mit ihrem 28,5 Meter langen Rundkurs samt sechs Bahnen besitzen die Tüftler die größte Slotcar-Bahn in Kassel. Slotcars sind spurgeführte elektrisch angetriebene Miniaturautos.

„Unsere Flitzer sind bis zur kleinsten Schraube durchdacht“, sagt Wolfgang Landgrebe aus dem Schwalm-Eder-Kreis. Als Betriebsschlosser bei VW baut der 54-Jährige beruflich auch größere Autos zusammen.

Leichtbauweisen mit Carbon und Aluminium lassen die Slotcars schonmal über hundert Euro kosten. In sechs Sekunden schaffen ihre Flitzer eine Runde, eine Sekunde schneller als die Carreras. Die Stromvernetzung in der Bahn mit Lichtschranken, großen Infobildschirmen und optimaler Stromspannung sorgen für zusätzlichen Rennspaß. Dieser hat mit 4500 Euro für die Rennstrecke einen stattlichen Preis.

„Damit haben wir uns einen Kindheitstraum erfüllt“, sagt Fred König aus Kassel. Die Modellbauer gründeten 2007 ihren Club „Slot for fun“. Sie wollten dafür eine außergewöhliche Strecke bauen. „Mit unseren Kenntnissen haben wir innerhalb von einem halben Jahr die Bahn fertiggestellt“, erzählt der 52-jährige kaufmännische Angestellte. Auch das Drumherum sorgt für echte Rennatmosphäre. Eine Werkstatt für Boxenstops mit Theke und Fernsehübertragung von der Strecke sind nur zwei der Highlights. So wird selbst bei den 24-Stunden-Rennen keiner müde. „Uns macht nicht nur das Fahren Spaß, sondern auch das Tüfteln“, sagt Jörg Wilde. Die 14 Mitglieder des Clubs fahren immer freitags um jede Zehntelsekunde. Für die Zukunft hoffen sie, dass noch mehr Hobbyrennfahrer zu ihrer Strecke finden.

www.slotforfun.de

Von Igor Nortowski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.