Großhandelsfirma gewinnt Marktanteile – Wintersportstars helfen Absatz ankurbeln

Holz-Jordan wächst weiter

Stützpunkt zur Belieferung von 56 Standorten: Jordan-Mitarbeiter Salvatore Scrivo mit einer Staplerladung Holz auf dem Zentrallagergelände des Großhandelsunternehmens zwischen Glockenbruchweg und Eugen-Richter-Straße. Foto:  Malmus

Kassel. Der Holz- und Bodenbelagsgroßhändler W. & L. Jordan hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Wachstumskurs fortgesetzt. Die europaweit tätige Firmengruppe legte 2012 beim Umsatz um 7,1 Prozent auf 293 Mio. Euro zu, steht jetzt knapp vor der 1000-Mitarbeiter-Schwelle und ist nach Neueröffnungen in Nürnberg, Zwickau und Wien an 56 Standorten präsent.

Geschäftsführer Jörg Ludwig Jordan spricht von einem Wachstum aus eigener Kraft. Denn vom Bau- und Wohnungsmarkt, wo die Jordan-Produkte benötigt werden, habe es keine nennenswerten Impulse gegeben. Somit hat sich das 1919 gegründete Kasseler Traditionsunternehmen wieder ein größeres Kuchenstück der Branche erobert – eine Entwicklung, die seit nunmehr zwei Jahrzehnten anhält.

Zwei Faktoren helfen laut Jordan dabei mit: zum einen die zentrale Logistiklage Kassels, die es ermögliche, sämtliche 25 000 Kunden aus Fachhandwerk und -handel binnen 24 Stunden zu beliefern. Jordan hat im Vorjahr 3,5 Mio. Euro in die Erweiterung seines Zentrallagers zwischen Glockenbruchweg und Eugen-Richter-Straße investiert und dort das derzeit größte Lager für Bodenbeläge in Deutschland geschaffen.

Auch das konsequente Polieren der hauseigenen Marke Joka zeige Wirkung, sagte Jordan. In noblen Schauräumen in besten Lagen Berlins und Wiens werden die Wohnprodukte aus Kassel präsentiert, ein Show-Sattelzug rolle zu Messen und Gewerbeschauen.

Vor allem aber mache sich die Zusammenarbeit mit Wintersportstars wie Magdalena Neuner, Arnd Peiffer oder Nadine Horchler bezahlt, die für Joka werbewirksam als Markenbotschafter auftreten. Im kommenden Winter werde es im Umfeld von Biathlon- und Langlaufwettbewerben erstmals Fernsehwerbespots geben, kündigte Jörg Ludwig Jordan an. Das Sport-Marketing mit insgesamt 13 Athleten lohne sich und sei gemessen am Umsatzeffekt günstig: „Es kostet uns weniger als einen Cent pro verkauftem Quadratmeter Bodenbelag.“

In Kassel, wo 191 Mitarbeiter beschäftigt sind, sei vorerst keine weitere räumliche Erweiterung erforderlich, sagt Jordan. Neu bauen wolle die Firma dieses Jahr aber in Berlin sowie in Dortmund, wo ein logistischer Stützpunkt für Deutschlands Westen entstehen soll. Derzeit liefen die Geschäfte am besten im Süden und Osten der Republik, daher gelte es, weitere regionale Märkte zu stärken. Zehn Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Jordan im benachbarten Ausland – in Österreich und Frankreich mit eigenen Betrieben, in sechs weiteren Ländern über Partnerfirmen.

Von Axel Schwarz

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