Initiative wendet sich gegen Segnung: "Homosexualität ist eine Sünde"

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Frank Skora

Kassel. Am morgigen Mittwoch wird die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck darüber abstimmen, ob gleichgeschlechtliche Paare, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, im Gottesdienst öffentlich gesegnet werden dürfen. Dagegen wendet sich die Inititative „sola scriptura“ (allein die Schrift).

Sie beruft sich dabei auf die Bibel.

Eine Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften mit Ehe und Familie widerspreche Gottes Wort, argumentiert die Initiative, die für ihr Anliegen fast 200 Unterschriften in Kirchengemeinden gesammelt hat.

Die Chancen, dass die 95 Mitglieder der Landessynode mehrheitlich gegen die neue Segenungsregelung stimmen, schätzt Pfarrer i.R. Frank Skora, Sprecher der „sola scriptura“-Initiative, allerdings als gering ein: „Die Stimmung ist momentan eher anders.“ Hinter der Initiative stehen fünf Kirchenangehörige, darunter auch Georg-Friedrich Prinz zu Waldeck aus Bad Arolsen. Sie kritisieren, dass die Landeskirche sich mit einem Beschluss pro Segnung homosexueller Paare einem gesellschaftlichen Druck beuge und Gottes Gebot eigenmächtig auslege.

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„In der Bibel wird eindeutig ausgedrückt, dass homosexuelles Verhalten eine Sünde ist“, sagt Pfarrer Frank Skora (69), der vor seinem Ruhestand Klinikseelsorger in Bad Zwesten war. Im dritten Buch Mose (Kap.18, Vers 22) sei geschrieben, dass es ein „Gräuel“ sei, wenn ein Mann bei einem Mann statt bei einer Frau liege. Auch Jesus habe sich an keiner Stelle positiv über Homosexuelle geäußert, während er sich ausdrücklich vielen anderen Minderheiten zugewandt habe. Er habe nur über die Ehe von Mann und Frau sehr wertschätzend gesprochen.

Auf dieser Grundlage lehnt die Initiative die Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften ab. Dabei gehe es um den Segen als Paar im Gottesdienst, betont Skora, nicht um den Segen für einen homosexuellen Menschen im Rahmen der Seelsorge. „Jeder Mensch braucht den Segen Gottes“, sagt der Pfarrer im Ruhestand aus Fuldabrück. Es sei sehr wichtig, dass die Kirche sich für Homosexuelle einsetze und sich ihnen zuwende, so wie Gott sich jedem Menschen liebevoll zuwende. Das ändere aber nichts an dem Verbot der Homosexualität.

Eine Spaltung befürchtet Pfarrer Frank Skora nicht, wenn der neue Beschluss morgen kommen sollte. Innerkirchlich werde man aber eine Opposition zu diesem Thema darstellen. Der Sprecher der Initiative „sola-scriptura“ rechnet aber damit, dass einige Christen aus der Kirche austreten werden. „Eine größere Austrittswelle wird es vermutlich nicht geben.“

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