Hotel Reiss soll Ende 2011 wieder eröffnet werden - Sanierung läuft

Kassel. Die Sanierung des Hotels Reiss am Kulturbahnhof läuft auf Hochtouren. Es wird geklopft, gehämmert, neue Leitungen werden verlegt, Wände hoch gezogen, eine neue Heizung und Lüftung wird eingebaut.

Über 50 Handwerker arbeiten derzeit in dem Hotel, das seit dem Jahr 2003 leer gestanden ist.

Sprengwerk-Architekt Michael Majcen geht derzeit davon aus, dass das im Jahr 1952 von Paul Bode und Ernst Brundig entworfene Gebäude im Herbst beziehungsweise Winter dieses Jahres wieder eröffnet werden kann. Obwohl das Hotel nicht unter Denkmalschutz steht, soll die Fassade originalgetreu erhalten bleiben. Die Fassade aus Naturstein soll nur gesäubert und der unverwechselbare Schriftzug „Hotel Reiss“ saniert werden.

„Von draußen sieht man relativ wenig, was innen alles passiert“, sagt Thilko Gerke, Geschäftsführer des Bauunternehmens Rennert, das für den Rohbau und die neue Fluchttreppe zuständig ist. „Das Erscheinungsbild wird von modernen Design geprägt“, sagt Architekt Majcen. Die Einrichtung hat nichts mehr mit den auffällig gemusterten Tapeten und Teppichen au den 60er-Jahren gemein, die noch in Fragmenten auf der Baustelle zu erkennen sind.

Der israelische Projektentwickler Moshe Sand, der dem Vernehmen nach mehr als sechs Millionen Euro in die Sanierung des traditionsreichen Hauses investiert, will einen Vier-Sterne-Standard für das Reiss. Deshalb müssen alle Zimmer mindestens eine Fläche von 22 Quadratmeter haben. Die Grundrisse für die 94 Zimmer wurden deshalb völlig erneuert, sagt Majcen.

Früher gab es im Reiss sogenannte Familienzimmer - für zwei Zimmer gab es nur ein Bad. Jetzt hat jedes Zimmer ein eigenes Bad mit Dusche, zudem gibt es auf jeder Etage auch zwei Suiten. „Das Reiss wird kein klassisches Tagungshotel, sondern ein Hotel für Kultur- und Städtereisende“, sagt Majcen. In der ehemaligen Hessenklause im Keller des Hotels soll allerdings ein Tagungsraum eingerichtet werden. Die alte Küche im Keller werde vorerst nicht saniert.

Die neue Küche wird neben dem Restaurant und Frühstücksraum im Erdgeschoss hinter der Rezeption eingerichtet. Dort sind derzeit noch die großen Stahlträger sichtbar. Die alten Zwischendecken wurden aus Brandschutzgründen herausgenommen. Neue Brandschutzdecken werden die Stahlträger bald verschwinden lassen.

Die beiden Fahrstühle neben dem Treppenhaus dürfen derzeit nur zum Transport von Lasten benutzt werden. Die Handwerker schicken zum Beispiel damit die Wände für den Trockenbau nach oben. Die Fahrstühle werden erneuert, können aber nicht vergrößert werden. Die Kabinengröße wird auch nach der Neueröffnung an dem Baustil der 50er-Jahre erinnern.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Rubriklistenbild: © Fischer

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