Hubschrauberlandeplatz auf Rot-Kreuz-Krankenhaus: Flogen Platten vom Dach?

Auf Pettenkoferstraße gelandet: Zwei Platten wurden von Anwohnern gefunden. Mitarbeiter des Regierungspräsidiums wollen untersuchen, ob sie vom Hubschrauberlandeplatz auf dem Rot-Kreuz-Krankenhaus stammen. Foto:  Schoelzchen

Wehlheiden. Der Hubschrauberlandeplatz auf dem Rot-Kreuz-Krankenhaus im Stadtteil Wehlheiden war von Donnerstag bis Freitagmittag gesperrt. Grund: Anwohner hatten an der Pettenkoferstraße zwei Dachbahnstücke aus Bitumen gefunden, die möglicherweise von dem Landeplatz auf die Straße geflogen waren.

Ein Anwohner hatte am zweiten Weihnachtsfeiertag eine Platte (etwa 58 mal 60 Zentimeter) an der Ecke Virchowstraße/Pettenkoferstraße gefunden. Kurze Zeit später entdeckte ein Frau ein etwa einen Quadratmeter großes Stück, das in einem Baum vor dem Landeplatz hing und schließlich auf die Straße fiel.

Der Anwohner, der beide Stücke an sich genommen hatte, schrieb jetzt das Regierungspräsidium (RP) an. Falls die Platten wirklich vom Landeplatz auf dem Dach des Krankenhauses stammen sollten, sagt der Mann, stelle das eine große Gefährdung dar. „Stellen Sie sich vor, solch eine lose Platte kommt in die Düse eines Hubschraubers. Das könnte eine Katastrophe zur Folge haben.“

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Mitarbeiter des Verkehrsdezernats des Regierungspräsidiums haben gestern den Landeplatz untersucht. Nach Angaben von RP-Sprecher Michael Conrad ist es sehr unwahrscheinlich, dass die gefundenen Bitumen-Platten vom Landeplatz stammen. Nebenan befinde sich eine Baustelle am Krankenhaus, wo das gleiche Material vorzufinden sei. Es sei durchaus möglich, dass die Platten auch von dieser Baustelle stammten.

Um Gewissheit darüber zu bekommen, so Conrad, müssten die RP-Mitarbeiter die Platten in Augenschein nehmen. Sie hätten deshalb am Freitagvormittag bei dem Anwohner geklingelt. Der sei allerdings nicht zu Hause gewesen. Die Experten wollen den Belag nun am Montag anschauen, um eine zweifelsfreie Aussage über seine Herkunft machen zu können.

Das für Luftverkehrssicherheit zuständige Dezernat beim RP hat den Landeplatz gestern Mittag wieder freigegeben. „Die Sicherheit ist gewährleistet“, sagt Conrad. Nichtsdestotroz gebe es ab sofort die Anweisung, vor jedem Start und vor jeder Landung den Landeplatz genau zu begutachten und den Zustand zu protokollieren.

Lange wird dieser Landeplatz ohnehin nicht mehr in Betrieb sein. Nach Angaben von Oberin Elisabeth Deterding soll Ende März mit dem Neubau des Landeplatzes auf dem Wehlheider Krankenhaus begonnen werden.

Gegen den 1,7 Millionen teuren Umbau hatte es Proteste von Anwohnern gegeben, die eine weitere Belastung durch den Flugverkehr fürchten. Wehlheidens Ortsvorsteher Norbert Sprafke hofft, dass sich die Verantwortlichen an ihre Zusagen halten. Demnach soll es nicht mehr Starts und Landungen nach dem Umbau des Landesplatzes und keine Ausweitung auf Nachtflüge geben.

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