Bahn- und Bustechnik-Hersteller Hübner baut viertes Werk in Waldau

+
Helge Förster

Kassel. Der Kasseler Bahn- und Bustechnik-Hersteller, Autozulieferer und Technologie-Entwickler Hübner entzerrt seine Produktion und macht in der Wilhelmine-Reichard-Straße im Industriepark in Waldau sein viertes Werk am Firmensitz auf.

Dazu hat das Familienunternehmen Gelände und Gebäude des nach Fulda umgesiedelten Steinspezialisten Object Stone an der Ecke Heinrich-Hertz-Straße sowie die Nachbar-Immoblie des vor zwei Jahren abgebrannten Elektronik-Herstellers Neways erworben. Die umfangreichen Umbau- und Erweiterungsarbeiten laufen bereits. Das erklärte Hübner-Geschäftsführer Helger Förster im Gespräch mit der HNA. Das Unternehmern investiert dort einen zweistelligen Millionenbetrag. „Wir sehen weiterhin sehr gute Wachstumsperspektiven und wappnen uns für die Zukunft“, begründete er den Zukauf.

Die insgesamt 34 000 Quadratmeter großen Grundstücke sollen zu einem Standort mit derzeit rund 8000 Quadratmeter Nutzfläche zusammengefasst werden. Dort soll künftig die gesamte Bustechnik mit der Faltenbalg- und Gelenkproduktion einziehen, zu der auch der Sonderbau und die Fertigung von Gebäudeverbindungen – also große Brücken zwischen Hochhäusern – gehören.

Bisher drei Standorte

Helge Förster

Zurzeit produziert Hübner an drei Standorten in Kassel: im Stammwerk Agathofstraße in Bettenhausen sowie im Hauptwerk in der Heinrich-Hertz- und am Standort Antonius-Raab-Straße. Außerdem betreibt das 1946 gegründete Traditionsunternehmen etliche kleinere Fertigungsstandorte im Ausland, darunter China, Brasilien, Indien, Ungarn, Südafrika, Schweden, Frankreich, Italien und Russland.

Gleichzeitig plant Hübner eine 3000 bis 4000 Quadratmeter große Logistikhalle im Hauptwerk. Bereits vor zwei Jahren hatte das Unternehmen das benachbarte Gebäude eines Sicherheitsdienstleisters übernommen.

Förster wertet die aktuelle Investitionen als „klares Bekenntnis der Gesellschafter zum Standort und zur Belegschaft“. Hauptgesellschafter ist Reinhard Hübner, der das Unternehmen 1985 von seinem Vater und Firmengründer Kurt Hübner übernommen hat.

Hübner setzt mit weltweit 2400 Beschäftigten – davon gut 1000 in Kassel – 300 Millionen Euro im Jahr um. Zum Ertrag macht das Unternehmen keine Angaben. Die Hübner-Gruppe gilt aber als hochrentabel. Die Geschäfte laufen laut Förster insgesamt gut, wobei die wichtigen Märkte Brasilien und Russland schwächeln. Hübner ist Weltmarktführer bei Zugübergangssystemen, also jenen Zieharmonika-ähnlichen Faltenbälgen zwischen den Waggons, Straßenbahnwagen und Gelenkbussen. Außerdem stellen die Kasseler Fenstersysteme für Bus und Bahn sowie Komponenten für Autos und Medizin- und Luftfahrttechnik her. Ein völlig neues Standbein sind Technologie-basierte Produkte wie ein neuartiger elektronischer Sprengstoff-Detekor und ein Speziallaser für wissenschaftlich Zwecke sowie Wellness-Artikel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.