Hübner baut neue Sparte für Gesundheit und Fitness auf

Drei für Gesundheit und Fitness: Hübner-Produktmanager Michael Kunze (von links) mit dem Kunststoffring Movisensa Orbit, Physiotherapeut Sascha Seifert auf dem Variosensa Board und Produktdesigner Jens Freitag mit der Terrasensa-Platte. Fotos: Janz, Axel Sauerwein/nh

Kassel. Wenn es Übergänge für Gelenkbusse und Bahnwaggons geht, gehört der Kasseler Kunststoffspezialist Hübner zur Weltspitze. Das Familienunternehmen beweist aber auch, dass es sich in neue Märkte wagt. Nun baut Hübner eine neue Sparte auf mit Produkten für Sport, Fitness und Therapie.

Sensa heißt die Marke, unter der es nun drei Produkte gibt. Den Anfang machte Terrasensa, eine Kunststoffplatte mit Wellenprofil, auf der Gleichgewichtssinn und Stabilität trainiert werden. Jens Freitag von TEO Industriedesign aus Rothenditmold hat sie entworfen und suchte 2007 einen Partner, der sie für die Innenanwendung herstellt. So kam Hübner ins Spiel.

„Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten für unsere Firma“, sagt Geschäftsführer Harald Ossendorff, der in der Gesundheits- und Fitnessbranche einen großen Wachstumsmarkt sieht. Aber es könne nicht bei einem einzigen Produkt bleiben, wenn aus der Marke Sensa ein neues Standbein für Hübner werden solle.

Harald Ossendorff

So hat sich Hübner mit der Firma Artzt aus dem Westerwald einen Vertriebspartner mit Erfahrung im Sport- und Gesundheitssektor gesucht und ein Netzwerk mit 25 Therapeuten in Nordhessen aufgebaut. Sie bringen Ideen ein und entwickeln neue Produkte mit. „Das ist sehr spannend, die eigenen Erfahrungen einbringen zu können“, sagt Sascha Seifert von Rehamed in Wilhelmshöhe. Er setzt die Sensa-Produkte im Training der Handballprofis der MT Melsungen ebenso ein wie in der Rehabilitation. Außerdem hat er Trainingspläne mitentwickelt, die die Einsatzmöglichkeiten zeigen. Inzwischen gibt es neben Terrasensa den Kunststoffring Movisensa Orbit mit einer rotierenden Stahlkugel und das Variosensa Board, das wie ein kleines, weiches Surfbrett wirkt.  

Hübner baut neue Sparte für Gesundheit und Fitness auf

Die Terrasensa-Platte ist inzwischen weltweit im Einsatz, bei Fußballern von KSV Hessen Kassel und FC Barcelona, aber auch in Kindertagesstätten: „Alle sind begeistert, der Produkterfolg ist unbestritten“, sagt Jens Freitag.

Hübner-Geschäftsführer Ossendorff hofft, dass sich diese Begeisterung auch im Umsatz niederschlägt. Bis Ende 2011 wurden etwa 5000 Terrasensa-Platten verkauft. Bei 40.000 niedergelassenen Physiotherapeuten in Deutschland und sechs Platten pro Set gebe es noch reichlich Potenzial. „Diese Sparte hat eine Erfolgsperspektive, aber bislang kostet uns das noch viel Geld“, sagt Geschäftsführer Ossendorff. Deshalb müsse geprüft werden, wie der Verkauf angekurbelt werden kann. Hübner will sich mit seiner neuen Marke im November erneut auf der weltgrößten Medizinfachmesse Medica in Düsseldorf präsentieren.

Hintergrund: Erfahrung fließt in neue Produkte ein

Der Markt der Gesundheits- und Fitnessprodukte ist neu für die Kasseler Hübner GmbH, die mit mehr als 1800 Mitarbeitern weltweit (davon etwa 900 in Kassel) zu den führenden Herstellern von Übergangssystemen für Busse und Bahnen gehört. Marketing und Vertrieb funktionieren in einem Konsumgütermarkt aber anders, als es Hübner von seinen angestammten Geschäftsfeldern gewohnt ist. „Das hat in den vergangenen Jahren schon für manchen Aha-Effekt bei uns gesorgt“, sagt Produktmanager Michael Kunze: „Aber wir lernen ständig dazu.“

Große Erfahrung hat Hübner mit den Materialien, die in den Sensaprodukten zum Einsatz kommen. Mit Kunststoffen, Gummi und Metallen kennt sich die Firma aus. Die Terrasensa-Platten hätten eine hohe Beständigkeit, die bei ähnlichen Produkten nicht selbstverständlich sei, sagt Kunze: „In zweieinhalb Jahren hat es keine einzige Reklamation gegeben.“ Damit hätten die Platten einen großen Vorteil zu kurzlebigeren Konkurrenzprodukten. Das schlage sich aber auch im Preis nieder. „Die Kunden müssen noch erkennen, dass die bessere Qualität das Wert ist“, sagt Kunze.

Von Marcus Janz

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