Vierbeiner begleitet den Unterricht in der August-Fricke-Schule

Hündin Momo hilft Kindern beim Lernen

Tierischer Klassenkamerad: Die Fricke-Schüler Christian, Michelle und Martin sind gern mit Momo zusammen. Foto: Linke/nh

Kassel. Momos Schwanz wedelt hin und her, als sie suchend durch das Klassenzimmer läuft, um ihre Leckerli und Streicheleinheiten abzuholen. Christian kann sich heute nicht richtig auf seine Aufgabe konzentrieren.

Erst als Momo neben ihm Platz genommen und Christian ihr die Aufgabe vorgelesen hat, scheint er sich zu beruhigen. Allein die Anwesenheit der Hündin hilft Christian, seine Aufgabe zu lösen. Momo ist ein acht Monate alter Spanischer Wasserhund, der seit Januar in der August-Fricke-Schule als Schulhund eingesetzt wird. „Wir wollen erst einmal schauen, ob es funktioniert“, sagt Hundebesitzerin Katja Schwierz. Im Vorfeld sei jede Menge Arbeit geleistet worden: Die Schulleitung, die Lehrer und auch die Eltern der Kinder mussten mit dem Versuch einverstanden sein. „Von Anfang an habe ich Momo an die Schule gewöhnt“, sagt Schwierz.

Im Alter von zehn Wochen hat sie der Hündin das erste Mal die Schule gezeigt. „Sie musste sich mit dem glatten Boden und dem neuen Umfeld vertraut machen.“

Ebenso mussten die Schüler lernen, Momos Signale zu verstehen. „Momo darf auch mal bellen und knurren, wenn es ihr zu bunt wird“, erklärt Schwierz. Sie nimmt Momo täglich mit in die Schule und begleitet dort stundenweise den Unterricht einer zweiten und sechsten Klasse.

Die Hündin hilft den Kindern dabei, mit Erwachsenen ins Gespräch zu kommen. Mit der Frage „Darf ich Momo mal streicheln?“ machen die Kinder einen ersten Schritt auf den Erwachsenen zu. „Die Kommunikation läuft also über den Hund“, sagt Schwierz.

Oder sie dient als Motivationshilfe: Ein autistischer Schüler konnte nur schwer Wörter bilden. Über die Hündin lernte er Wörter wie Momo.

„Diese Beispiele zeigen, dass Momo erheblich zur Entwicklung der Schüler beiträgt“, sagt Schwierz. Wenn Momo alt genug ist, wird sie zusammen mit ihrer Besitzerin eine Ausbildung zum Therapiehund machen.

Solange Momo an ihrem Lehrerjob Spaß hat, wird sie ihre Klassenkameraden unterstützen, wo sie kann. „Sobald ich allerdings merke, dass Momo keine Freude mehr hat, wenn sie morgens mit mir zusammen die Schule betritt, dann ist auch ihre Arbeit getan“, sagt Schwierz.

Von Miriam Linke

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