Elwe-Hotel: Brandschutz sorgt für Probleme - Vielleicht Tattoomesse im ehemaligen Knast?

Unterneustadt. Das Elwe-Hotel muss noch einige Hürden nehmen. Zwar hat Unternehmer Gotthard Fels das ehemalige Untersuchungsgefängnis am Unterneustädter Kirchplatz seit Monatsanfang gemietet, doch sind noch Brandschutzfragen zu klären. Gleichzeitig gibt es noch weitere Ideen über die Nutzung der Elwe.

Fels will in den 90 Zellen des denkmalgeschützten Gebäudes Hotelzimmer für Besucher der dOCUMENTA 13 einrichten. Langfristig will das Land die Immobilie verkaufen.

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Der Bauunternehmer, der unter anderem das Karlshospital an der Fulda saniert hat, ist zuversichtlich, dass er seine Pläne trotz der Schwierigkeiten verwirklichen kann. „Es gibt erhebliche Defizite beim Brandschutz“, sagt Fels. „Das habe ich mir im Vorfeld nicht so dramatisch vorgestellt.“ Da es sich um eine völlig neue Nutzung handele, würden an den Brandschutz andere Anforderungen gestellt. Ein geordneter Abzug wie der Gefängnisinsassen bei einem Brand zum Beispiel sei in einem Hotel nicht möglich.

Laut Fels wird zurzeit ein Brandschutzkonzept erarbeitet. Außerdem würden die technischen Einrichtungen wie die gesamte Elektrik geprüft. Wenn es beim Brandschutz keine gravierenden Einwände gebe, werde das documenta-Hotel kommen. Allerdings dürften die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Fels rechnet mit einer Investitionssumme von 250.000 bis 400.000 Euro. In dem weitläufigen Gebäudekomplex von 1876 könnten sich die Ausgaben schnell summieren. Allein für den Umbau der Schlösser an den Zellentüren würden etwa 24.000 Euro fällig. Für eine zeitlich begrenzte Nutzung müsse aber nicht ganz so viel Aufwand getrieben werden wie für eine ständige Einrichtung, sagt Fels.

Ende März sollen alle Gutachten vorliegen und damit auch die Kosten absehbar sein. Der Umbau könnte Mitte April beginnen und bis zum Sommer beendet sein. Der Hotelbetrieb soll laut Fels erst kurz vor Beginn der documenta am 9. Juni 2012 aufgenommen werden. Ab diesem Sommer könnten aber bereits Veranstaltungen in der Elwe stattfinden. Entsprechende Anfragen gibt es bereits.

Unter anderem von der Veranstalterin der Tattoo- und Piercing-Show, Jennifer Franke. „Die Elwe ist der Knaller“, sagt sie. „Sie ist wie für uns gemacht.“ Die Veranstalterin, die bisher in den Kasseler Messehallen war, hegt bereits große Pläne. So soll es einen Johnny-Cash-Imitator geben und eine Fotoausstellung. Ein Fachmagazin habe bereits Interesse angemeldet. Man wolle die künstlerische Arbeit herausstellen und in einem seriösen Licht erscheinen.

Auch die Fliegenden Köche haben Interesse angemeldet. Der Starclub, der dort Gastauftritte geben könnte, ist ebenfalls im Gespräch.

Von Ellen Schwab

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